Deutsch-polnisches Abkommen

Senat fordert schnelle Bahnverbindung nach Usedom

Der Berliner Senat drängt auf den Wiederaufbau der direkten Bahnverbindung von Berlin auf die Ostseeinsel Usedom.

Am Donnerstag bekräftigte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler bei einem Treffen mit Vertretern der Inselgemeinden und der polnischen Stadt Swinoujscie (Swinemünde) die Unterstützung des Landes für das Vorhaben. Das deutsch-polnische Aktionsbündnis "Karniner Brücke" macht sich seit Jahren für den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Hubbrücke über den Peenestrom und damit für die direkte Bahnverbindung von Berlin über Swinoujscie in die Ostseebäder auf Usedom stark. Die Fahrzeit ließe sich damit von derzeit vier Stunden auf etwa zwei Stunden halbieren.

Unterstützt wird das nach Schätzungen etwa 140 Millionen Euro teure Vorhaben von den Ländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, von den Bahntöchtern Usedomer Bäderbahn und DB-Netz sowie von der IHK Berlin. Ein Kosten-Nutzen-Gutachten im Auftrag der Bahn geht von positiven Effekten für den Personen- und Güterverkehr aus. Bestenfalls sei sogar ein eigenwirtschaftlicher, also von laufenden Zuschüssen unabhängiger Betrieb der Strecke möglich. Der Bund der den Wiederaufbau finanzieren müsste, bezweifelt die Wirtschaftlichkeit indes. Eine Finanzierung sei daher derzeit auszuschließen, hieß es am Donnerstag.

Kaum besser sieht es für die Bahnverbindung Berlin-Stettin aus. Auf 30 Kilometern fehlen die Oberleitungen für den elektrischen Betrieb. Durch das Umkoppeln auf Dieselloks verlieren die Züge viel Zeit. Den zuletzt für 2016 geplanten Lückenschluss will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nun auf 2020 verschieben. Das Land Berlin hat Ramsauer schriftlich aufgefordert, beim ursprünglichen Zeitplan zu bleiben. Auch der Verkehrsverbund VBB sieht den Bund in der Pflicht. "Das lange angekündigte deutsch-polnische Abkommen zum Ausbau dieser Strecke muss endlich unterschrieben werden", sagte eine Sprecherin.