Info

Nordlandtraum eines Kaisers

Drachenstil Die Matrosenstation war eine Anlegestation für Wasserfahrzeuge des preußischen Königshauses. Wilhelm II. ließ sie zwischen 1891 und 1895 im norwegischen Drachenstil bauen. 1897 spielte die Station auch eine Rolle bei der Entwicklung der Radiotechnik in Deutschland: Zwischen dem Turm der Sacrower Heilandskirche und Kongsnaes fanden die ersten erfolgreichen Versuche eines drahtlosen Funkverkehrs statt.

Skandinavien-Mode In dem Gebäudeensemble, das Elemente der Wikingerkunst aufweist, zeigt sich der damalige Zeitgeist: Skandinavische Formensprache und Kultur wurde in Deutschland begeistert aufgenommen. Wilhelm II. selbst war passionierter Nordlandfahrer. In den Jahren 1889 bis 1914 brach er mit der Staatsjacht "Hohenzollern" alle Jahre wieder gen Norden auf. Sein Lieblingsziel waren die norwegischen Fjorde.

Bau Als Architekten konnte Wilhelm II. den Norweger Holm Hansen Munthe gewinnen. Dieser ließ die Holzteile für die Empfangshalle in Norwegen vorfertigen und von norwegischen Zimmerleuten in Potsdam zusammensetzen. Ende des Zweiten Weltkrieges brannten die Empfangshalle, das Bootshaus und der Torbogen nieder. Später führte die Berliner Mauer direkt über die Grundmauern der Empfangshalle.