Truppenübungsplatz

Sielmann-Stiftung übernimmt das Bombodrom

Die Heinz Sielmann Stiftung wird 2012 Teile des als "Bombodrom" bekannten ehemaligen Truppenübungsplatzes Kyritz-Ruppiner Heide (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) übernehmen.

Die Stiftung des 2006 verstorbenen Tierfilmers Heinz Sielmann will gut ein Drittel des 12 500 Hektar großen Areals zur Naturlandschaft entwickeln und bewirtschaften. Vor Weihnachten hatte der Hauptausschuss des Bundestages beschlossen, 4000 Hektar der Kyritz-Ruppiner Heide in das Nationale Naturerbe aufzunehmen, und damit die Voraussetzungen für das Engagement der Sielmann-Stiftung geschaffen. Einzelheiten des Projektes werden Stiftungsvertreter im Januar mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben besprechen.

Erklärtes Ziel der Naturschutz-Organisation ist es aber, die offene Heidelandschaft wiederherzustellen und einen sanften Tourismus zu ermöglichen. In dem gesperrten Militärgebiet haben sich viele seltene Pflanzen und Tiere - darunter Wölfe und Fischadler - angesiedelt. Um ihren Lebensraum zu erhalten, will Sielmann auch abholzen. "Zunächst müssen wir die seit 20 Jahren dichter werdenden Bäume und Sträucher entfernen", kündigte Projektleiter Lothar Lankow an.

Nach dem Vorbild der Döberitzer Heide, wenige Kilometer westlich von Berlin, könnten später auch Wisente und Wildpferde angesiedelt werden, die die Flächen abgrasen und so unerwünschten Bewuchs fernhalten sollen. Dazu müssen aber erst militärische Altlasten entfernt werden.

Das nahe Wittstock gelegene Bombodrom ist massiv mit Kampfmitteln belastet. Die Kosten der Munitionsbergung werden auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. In der ähnlich belasteten Döberitzer Heide wurden aus Kostengründen nur einige Wanderwege von Munition frei gemacht. Die Räumung der Kyritz-Ruppiner Heide werde der Bund finanzieren, Sielmanns Naturlandschaft werde 320 000 Euro jährliche Personalkosten tragen, kündigte die Stiftung an.

Gegen die von der Bundeswehr geplante Nutzung als Luftwaffenübungsplatz hatten Bürgerinitiativen jahrelang gekämpft und mehrfach vor Gericht Erfolge erzielt. 2009 hatte das Verteidigungsministerium schließlich darauf verzichtet, dort den "größten Luft-Boden-Schießplatz Deutschlands" zu errichten. Die Sielmann-Stiftung versichert, dass sie Kommunalpolitiker und Bürger in die weitere Planung für den Truppenübungsplatz einbinden werde. "Nur mit deren Zustimmung und mit der Unterstützung von Spendern und Förderern kann die Heinz Sielmann Stiftung ein Projekt dieser Größe umsetzen", sagte Stiftungsvorstand Michael Spielmann.