Polizei

Berliner tötet seine Freundin und flüchtet mit Kleinkind

Ein 33-jähriger Berliner wird verdächtigt, seine Freundin in Bautzen am Sonntagabend getötet zu haben. Auf seiner Flucht vor der Polizei nahm der Mann die gemeinsame 18 Monate alte Tochter im Auto mit.

Als die Polizei ihn wenige Stunden nach der Tat an einer Autobahnraststätte in der Nähe von Duben stellte, flüchtete der Berliner zu Fuß. Bislang fehlt von ihm jede Spur.

Die Bautzener Polizeibeamten waren erst am Sonntagabend durch ihre Berliner Kollegen auf den Fall aufmerksam gemacht worden. Gegen 20.30 Uhr hatte sich eine Frau per Telefon bei der Berliner Polizei gemeldet. Sie erzählte dem Beamten eine haarsträubend klingende Geschichte: Ihr Bekannter habe sie soeben angerufen und gestanden, dass er seine Freundin in deren Wohnung in Bautzen getötet habe. Er sei nun auf der Flucht und habe die gemeinsame Tochter mitgenommen, so die Anruferin weiter. Die Beamten alarmierten daraufhin sofort ihre Bautzener Kollegen. Als die Polizisten in der ostsächsischen Kleinstadt wenig später die Wohnungstür öffneten, entdeckten sie die Leiche von Stefanie L. Die 25-Jährige wurde nach den ersten Erkenntnissen der Polizei erwürgt.

Tatverdächtiger ist vorbestraft

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um den Polizei und Justiz bekannten Alexander M. handeln. Verurteilt wegen Vergewaltigung, musste er bereits eine Haftstrafe absitzen. Der 33-Jährige hatte nach der Tat die gemeinsame 18 Monate alte Tochter in sein Auto gesetzt und war in Richtung Brandenburg geflüchtet. Während der Fahrt rief er laut Polizei dann seine Bekannte an.

Nur eineinhalb Stunden später konnte ein Polizeihubschrauber den VW Bora von Alexander M. auf der A 13 orten. Die Polizei sperrte daraufhin die Autobahn in der Nähe des Rasthofs Berstetal Richtung Berlin komplett ab. Gegen 22 Uhr entdeckten die Ermittler dann Alexander M. in seinem Auto. Aus noch ungeklärten Gründen gelang es dem Mann aber noch vor seiner Festnahme, aus dem Auto zu springen und in einen Wald zu flüchten. Seine kleine Tochter ließ er im Wagen zurück. Warum dem mutmaßlichen Täter die weitere Flucht gelang, ist nach Polizeiangaben noch ungewiss. Fragen nach dem genauen Hergang des Festnahmeversuchs wollte die Brandenburger Polizei auf Nachfrage nicht beantworten. Obwohl mehrere Dutzend Beamte noch in der Nacht die Wälder rund um die Raststätte absuchten, blieb Alexander M. verschwunden. Auch am Montagnachmittag waren Polizeibeamte in dem Wald unterwegs, um eine Spur des Berliners zu finden. Die Ermittler halten es für durchaus möglich, dass er sich noch in der Gegend aufhält. Allerdings hatte er seiner Bekannten in dem Telefonat erzählt, dass er mit dem Auto und seiner Tochter nach Berlin fahren wolle. Nun prüft die Polizei auch, ob M. versucht, beispielsweise als Anhalter nach Berlin zu gelangen.

Die Untersuchung des Falls hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft in Bautzen übernommen. "Im Moment ermittelt die Mordkommission erst einmal wegen eines Tötungsdelikts", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christopher Gerhardi. Zwar seien die genauen Hintergründe noch ungeklärt, man vermute aber eine Beziehungstat. Möglicherweise sei Stefanie L. während eines Streits getötet worden.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist Alexander M. offiziell zwar in Berlin gemeldet, er soll aber die meiste Zeit zusammen mit Stefanie L. in einem Haus an der Rosenstraße in Bautzen gewohnt haben. Nachbarn berichteten, dass sich das Paar in letzter Zeit jedoch immer wieder gestritten habe. Vor ein paar Wochen soll Alexander M. dann aus der Wohnung ausgezogen sein. Stefanie L. und das Baby blieben dagegen in Bautzen. Seine kleine Tochter habe der 33-Jährige immer mal wieder nach Berlin mitgenommen. Dort wohnt der Vater von Alexander M. Gegenüber der Berliner Morgenpost zeigte er sich sichtlich erschüttert, wollte zu den Vorwürfen, die gegen seinen Sohn erhoben werden, jedoch keinen Kommentar abgeben. Seine Tochter würde Alexander M. jedoch sehr lieben, sie sei sein ein und alles, sagte er.