Niederlausitz

Detonation eines Blindgängers reißt Zehn-Meter-Krater

| Lesedauer: 2 Minuten

In der Niederlausitz ist offenbar ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg explodiert und hat dabei einen Krater mit einem Durchmesser von zehn Metern hinterlassen. Die Detonation erfolgte am Mittwochvormittag auf einem freien Feld in unmittelbarer Nähe des Ortseingangs von Neuhausen (Spree-Neiße).

Es gab weder Verletzte noch Schäden an Gebäuden. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde allerdings eine unmittelbar neben dem Explosionsort vorbeiführende Landstraße, ein Fahrstreifen sackte knapp einen Meter ab. Die Straße bleibt mindestens bis Donnerstagabend gesperrt.

Gegen 8 Uhr hatte ein lauter Knall zusammen mit einer spürbaren Druckwelle Bewohner des Ortes in Angst und Schrecken versetzt. Die eingeschalteten Behörden vermuteten zunächst eine Explosion der unterirdischen Gasleitung, Überprüfungen durch Experten des örtlichen Energieversorgers ergaben jedoch, dass die Leitung unbeschädigt war. Nach der Untersuchung des entstandenen Kraters kamen Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes zu dem Schluss, dass es sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um eine Detonation eines Blindgängers handeln müsse. Die Sprengstoffexperten gingen von einer 50 bis 100 Kilogramm schweren Bombe oder einer größeren Granate aus, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Süden Cottbus am Mittwochnachmittag.

Gerade im Südosten Brandenburgs werden nach Angaben der Feuerwehrleitstelle Lausitz noch zahlreiche Blindgänger in der Erde vermutet, insbesondere Fliegerbomben. Vor und während des zweiten Weltkrieges befanden sich in der Region, insbesondere im Raum Cottbus mehrere wichtige Flugplätze. Diese wurden besonders häufig, vor allem gegen Ende des Krieges zu Zielen von Bombardements der alliierten Luftwaffenverbände. Erst Ende Oktober entschärften Sprengstoffspezialisten auf dem Gelände des Sportflugplatzes Neuhausen eine Zwei-Kilo-Weltkriegsbombe. Der Sprengsatz war bei einer routinemäßigen Untersuchung des Geländes vor Beginn einer Baumaßnahme gefunden worden.

Sorgen bereitet den Behörden derzeit die Ursache der Detonation am Mittwochmorgen. Über die herrscht noch nicht endgültige Klarheit, die Untersuchungen der Spezialisten am Explosionsort dauerten am Mittwochabend noch an. Bei einem Blindgänger, der relativ nahe an der Oberfläche liegt, reiche mitunter allerdings schon ein in unmittelbarer Nähe fahrender Lkw als Auslöser für eine Explosion, sagte der Polizeisprecher.

( dpa/hhn/ )