Landgericht

"Müllbaron" soll Millionen-Vermögen angehäuft haben

Scheinrechnungen, verschobene Geldbeträge, falsch deklarierte Einnahmen: So soll der seit Oktober vor Gericht stehende "Müllbaron" von Potsdam-Mittelmark die Einnahmen durch illegale Müllentsorgung verbucht und weitertransferiert haben. Mit dem Müll-Handel und Folgegeschäften soll der 58-Jährige ein Privatvermögen von etwa sieben Millionen Euro angehäuft haben.

Diese Schätzung gab eine Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes (LKA) ab, die am Dienstag als Zeugin vor dem Landgericht geladen war. Sie hatte gegen den Angeklagten Bernd R. ermittelt.

Ihrer Aussage zufolge hatte der Mann mit der illegalen Entsorgung von Sondermüll auf mittelmärkischen Deponien 4,3 Millionen Euro verdient und damit unter anderem Grundstücke erworben, deren Wert sich im Laufe der Zeit gesteigert habe. 73 Prozent aller Zahlungseingänge auf seinen Geschäftskonten stammten nach Schilderung der Ermittlerin von zehn Firmen, für die Bernd R. zwischen 2005 und 2008 insgesamt 145 000 Tonnen belasteten Abfall illegal vergrub.

Ein Pool, ein großzügiger Anbau an das Einfamilienhaus, teure Waffen für die Jagd - "der Angeklagte und seine Frau haben sehr gut von dem Geld gelebt", schilderte die Zeugin ihren Eindruck. Mehrere Hunderttausend Euro seien direkt von den Firmenkonten in Grundstücksgeschäfte der Ehefrau geflossen. Auf deren Namen sollen 145 Grundstücke, vor allem Wald- und Ackerflächen, eingetragen sein. Der Verkauf von Holz habe wiederum 250 000 Euro eingebracht, der Wert der Grundstücke habe nach einer Schätzung des Finanzamtes eine Steigerung von einer Million Euro erfahren. Gegen die Ehefrau, eine Polizeibeamtin im mittleren Dienst, sowie gegen die Tochter des Angeklagten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Geldwäsche.

Laut LKA-Fahnderin wurden über fingierte Rechnungen erhebliche Beträge innerhalb der Geschäfts- und Privatkonten verschoben. Nach Beginn der Ermittlungen gegen den Ex-Polizisten wurden Konten aufgelöst und Barabhebungen vorgenommen.