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Zu wenig Geld: Land will seine Umweltlehrstätte abgeben

Die Landeslehrstätte für Natur und Umwelt in Lebus (Märkisch-Oderland) nördlich von Frankfurt (Oder) ist ein Seminarort wie aus dem Bilderbuch: Idyllisch auf den Oderbergen gelegen, bietet die Anlage einen freien Blick über den Fluss bis nach Polen und auf die Trockenrasenhänge, auf denen im Frühling die Adonisröschen blühen.

Etwa 2000 Veranstaltungs- und Seminarteilnehmer jährlich - vor allem Landesbedienstete und ehrenamtliche Naturschützer - konnten diesen Ausblick genießen.

Doch seit Mai ruht der Lehrgangsbetrieb weitgehend. Brandenburgs Landesregierung will sich aus Kostengründen von seiner einzig staatlichen Bildungsstätte im Umweltbereich trennen. Neuer Träger soll ab 2012 die sächsische Stiftung "Besser leben" werden. Vertreter der Opposition halten die Pläne für fragwürdig.

Umweltministerin Anita Tack (Linke) rechnet durch den geplanten Trägerwechsel mit Einsparungen von bis zu 190 000 Euro jährlich. Der Landesrechnungshof habe gefordert, nach wirtschaftlicheren Wegen für den Betrieb zu suchen. Das Land sei nach einer Gesetzesänderung auch nicht mehr verpflichtet, Umweltbildungsmaßnahmen durchzuführen, erklärte Tack jüngst. Die Bediensteten sollen aber auch weiterhin in Lebus fort- und weitergebildet werden. Die Lehrstätte bleibt auch Eigentum des Landes.

Die Ende September in Sachsen gegründete Stiftung "Besser leben" habe sich unter anderem der Förderung von Naturschutzmaßnahmen und neuen Bildungsansätzen verschrieben, erklärt Frauke Zelt, Sprecherin des Landesamts für Umwelt, das für die Lehrstätte zuständig ist.