Proteste

Iraner verlässt die Stiftung Schloss Neuhardenberg

Nach Protesten trennt sich die brandenburgische Stiftung Schloss Neuhardenberg von ihrem israelfeindlichen Kuratoriumsmitglied Mostafa Dolatyar.

Der stellvertretende iranische Außenminister hatte als Angehöriger des Gremiums für Kritik gesorgt, weil er sich für die Vernichtung Israels ausgesprochen hatte. Die Stiftung gehört dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband.

"Die Kuratoriumszeit von Herrn Dolatyar läuft definitiv aus", sagte Stiftungssprecher Jörg Kronsberg: "Wir sind um den Dialog der Nationen und Kulturen bemüht und empfinden es daher als besonders widerwärtig, dass einem unserer Dialogpartner das Existenzrecht abgesprochen wird." Wann die formale Ablösung erfolgt, konnte er mit Hinweis auf den Personalwechsel an der Verbandsspitze nicht sagen. Der ehemalige bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) war erst am Mittwoch zum neuen Präsidenten gewählt worden und übernimmt damit künftig auch den Kuratoriumsvorsitz. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) hatte nicht zuletzt aus Protest gegen den Iraner seinen Austritt aus dem Gremium erklärt, dem auch der evangelische Altbischof Wolfgang Huber und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) angehören. Dabei hätten die israelfeindlichen Äußerungen Dolatyars eine Rolle gespielt.

Der iranische Politiker sei seit der Gründung der Kulturstiftung vor rund zehn Jahren Kuratoriumsmitglied. Der Staatsminister habe sein Amt zwar schon vor der öffentlichen Debatte um Dolatyar niedergelegt, dessen Äußerungen seien jedoch ein "wesentlicher Grund" für die Entscheidung gewesen.