Schlägerei

Polizist wehrt Messerangriff mit Pistolenschuss ab

Bei einem Routineeinsatz einer Funkstreife in Rummelsburg hat ein Polizist einen 35-jährigen Mann durch einen Beinschuss schwer verletzt. Der Mann war am Freitagmorgen trotz mehrfacher Warnung mit einem Messer auf den Beamten losgegangen. Wie bei Schusswaffengebrauch üblich, ermittelt eine Mordkommission.

Anlass für den Polizeieinsatz war eine Schlägerei auf einem Hostelschiff im Rummelsburger Hafen. Zwei Gäste hatten sich auf dem umgebauten Frachtschiff eine Auseinandersetzung geliefert, wobei der 35-Jährige seinen Kontrahenten mit einem Messer bedroht haben soll. Zeugen riefen die Polizei. Als die beiden Beamten um 5.10 Uhr eintrafen, hatte der 35-Jährige das Messer in der Hand. Einer der Beamten rief dem Mann zu: "Messer fallen lassen." Als der Mann der Aufforderung nicht nachkam und sich weiter näherte, gab der Beamte nach Polizeiangaben einen Warnschuss in die Luft ab. Als der Angreifer dann bereits mit erhobenem Messer unmittelbar vor dem Polizisten stand, feuerte der Beamte mit seiner Dienstwaffe auf den Mann und traf ihn in den Oberschenkel. Der Angreifer wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Ein ranghoher Polizist bezeichnete die Reaktion des Beamten als unvermeidbar und den Vorgang als eindeutigen Fall von Notwehr.

Ein ähnlicher Fall hatte sich am Mittwochabend in Frankfurt/O. ereignet. Auch dort ermittelt die Staatsanwaltschaft nach einer Schussabgabe eines Polizeibeamten. Ein 23-Jähriger, der den Beamten am Mittwochabend mit einem Messer attackiert hatte, war lebensgefährlich verletzt worden. Der 53 Jahre alte Polizist wollte den Mann kontrollieren, weil kurz zuvor auf einem Parkplatz zwei Reifen eines Autos zerstochen worden waren. Dabei war der Mann plötzlich mit gezücktem Messer auf den Polizisten losgegangen, der den Angreifer mit einem Beinschuss abwehrte. Nach derzeitigem Stand werde davon ausgegangen, dass der Beamte in Notwehr gehandelt habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Bislang habe sich der Betroffene noch nicht zu dem Vorfall geäußert.

Für den 23-Jährigen soll keine Lebensgefahr mehr bestehen. Gegen den mutmaßlichen Reifenstecher wird wegen Widerstands und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.