Parfümerie-Gutschein

Bibliothekarin wegen Korruption verurteilt

Die Vorsitzende des Hauptpersonalrats des Landes Berlin, Benita Hanke, muss wegen Korruption eine Geldstrafe von 5400 Euro zahlen. Eine Moabiter Strafrichterin verurteilte die 47-Jährige am Freitag wegen Vorteilsannahme.

Hanke war zur Tatzeit noch Leiterin der Zentralbibliothek Marzahn-Hellersdorf. In dieser Funktion soll sie im Herbst 2008 von einem Büroartikelhersteller einen Gutschein einer Kosmetikkette im Wert von 50 Euro erhalten haben. Er soll ein Dankeschön dafür gewesen sein, dass Hanke auf Wunsch des Büroartikelherstellers eine Lieferung vergrößerte. Dabei ging es um Laminiertaschen im Wert von rund 1700 Euro.

Hanke hatte vor Gericht von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Die Richterin stützte ihr Urteil vor allem auf die Angaben eines Krimialbeamten. Er hatte ausgesagt, dass Hanke bei einer Vernehmung den Deal mit dem Gutschein eindeutig zugegeben habe. Sie habe "die Sache sehr bereut" und gleichzeitig behauptet, ihre Vorgesetzte Esther D. habe sie mit den Worten "nimm es doch" zur Annahme des Gutscheines regelrecht ermuntert. Ein Protokoll habe Hanke jedoch mit dem Hinweis, zunächst einen Anwalt hinzuzuziehen, nicht unterschreiben wollen.

Eine Bedienstete hatte den Gutschein später in der Post entdeckt und ihn, so ihre Aussage vor Gericht, unverzüglich zu Esther D. gebracht. Letztere, inzwischen Referatsleiterin in der Senatsverwaltung für Bildung, Kultur und Wissenschaft, war ebenfalls als Zeugin geladen. Esther D. beteuerte jedoch, sie könne sich an den Gutschein angeblich nicht erinnern. Die Richterin konnte diese Erinnerungslücken jedoch nicht nachvollziehen.

Herausgekommen war der Fall, als bei einer Durchsuchung des in Essen ansässigen Büroartikelherstellers eine ganze Liste beschenkter Mitarbeiter von Firmen und Behörden gefunden wurde.

Der Gutschein wurde im Januar 2009 im Stadtteil Köpenick von einer unbekannt gebliebenen Person eingelöst.