Feuerwehr

Diese Männer brauchen keine Treppe

Sie sind die Spezialisten für besondere Rettungseinsätze. Ihr Job ist es, verletzte oder kranke Personen bei Notfällen aus großer Höhe in Sicherheit zu bringen. Sie sind die Höhenretter der Berliner Feuerwehr. Zu Demonstrationszwecken war am Freitag eine Gruppe der speziell ausgebildeten Feuerwehrleute am Funkturm in Charlottenburg zu erleben.

Anlass dafür war ein Bundeskongress für Orthopädie und Unfallchirurgie im ICC, dessen Tagesschwerpunkt das Thema Notfallrettung war.

"Eine der Rettungsaufgaben bestand darin, einen Verletzten mit einer Korbtrage aus großer Höhe in Sicherheit zu bringen", sagte Feuerwehrsprecher Sven Gerling. Wichtig dabei sei, den Verunglückten entsprechend seiner medizinischen Notlage zu bewegen. Deshalb ist eine Mindestanforderung für Höhenretter eine abgeschlossene Ausbildung als Rettungssanitäter. So sind diese Einsatzkräfte etwa in der Lage, einen Kranführer, der an seinem luftigen Arbeitsplatz einen Herzinfarkt erlitten hat, vor Ort medizinisch zu versorgen. "Auch Demonstranten auf Kraftwerksschornsteinen oder suizidgefährdete Personen auf einem Hochhausdach könnten Gründe für besondere Einsatzlagen sein", so Gerling.

Die Berliner Berufsfeuerwehr verfügt über insgesamt 35 besonders geschulte Höhenretter. Ein Trupp von fünf Mann ist rund um die Uhr einsatzbereit. Ihren Standort hat die Höhenrettung in der Feuerwache Marzahn an der Märkischen Allee. Das hat historische Gründe, denn der Ursprung des Rettungsdienstes lag in der ehemaligen DDR. Mit dem Entstehen großer Hochhaussiedlungen mussten Wege gefunden werden, Menschen aus Etagen zu retten, die kein Drehleiterwagen erreichen kann.