Streit um Lärmschutz

Grundstücksnutzer erstatten Anzeige gegen Flughafenbetreiber

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) hat gegen die Mitglieder der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) Strafanzeige erstattet. Wie der Verband am Montag mitteilte, bestehe der Verdacht, dass die FBS die von den Lärmimmissionen des derzeit im Bau befindlichen Flughafens BER betroffenen Bürger bewusst über die tatsächliche Belastung getäuscht habe.

Nach einem Gutachten, das der VDGN bei der Dr. Fuld Ingenieurgesellschaft in Bad Homburg in Auftrag gegeben habe, seien von der FBS für die Lärmimmissionen deutlich zu niedrige Maximalpegelwerte angegeben worden. "Das geschah mutmaßlich, um Kosten für die vom Planfestellungsbeschluss vorgeschriebenen Lärmschutzmaßnahmen zu sparen", so VDGN-Präsident Peter Ohm.

In der Strafanzeige geht es um ein Haus in Bohnsdorf, das in der sogenannten Kernzone des Flughafens liegt und dessen Besitzer damit Anspruch auf passive Lärmschutzmaßnahmen haben. Während die FBS für das Haus eine Lärmbelastung von 82 Dezibel angegeben hatte, kam die Ingenieurgesellschaft auf 91,6 Dezibel. Die angebotenen 296 Euro für den Einbau eines Lüfters seien somit zu gering. Laut Gutachten seien mindestens 3000 Euro erforderlich. "Ordnungsgemäße Lärmschutzmaßnahmen sind das Mindeste, was die von Fluglärm malträtierten Menschen erwarten dürfen", so Ohm.