CDU

Dietlind Tiemann scheitert mit Kandidatur

Die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann, ist beim Landesparteitag der CDU mit ihrer Kampfkandidatur um einen der vier Stellvertreter-Posten gescheitert.

Die 56-Jährige war gegen den Willen von Parteichefin Saskia Ludwigs angetreten. Sie hatte ihre Kandidatur damit begründet, dass die Union ihr Potenzial nicht ausschöpfe und sie ihre Erfahrungen als Kommunalpolitikerin einbringen wolle. Tiemann warb vor allem für einen gemäßigten Oppositionskurs.

Für Tiemann, die erst jüngst in der drittgrößten Stadt Brandenburgs einen Sieg eingefahren hat, stimmten nur 47 Prozent der knapp 230 Delegierten. Damit setzte sich CDU-Landeschefin Ludwig durch. Ihr eigenes Wahlergebnis fiel allerdings bescheiden aus: Saskia Ludwig wurde als Landeschefin mit nur knapp 70 Prozent wiedergewählt. Die Enthaltungen wurden dabei herausgerechnet. Das sieht das CDU-Statut anders als bei anderen Parteien vor. Mit den Enthaltungen kam Ludwig auf nur 69,5 Prozent Zustimmung. Ihr Generalsekretär Dieter Dombrowski erhielt 63 Prozent. Ludwig ließ sich die Enttäuschung nicht anmerken. Sie sprach von einem "ehrlichen, aber klaren Ergebnis". In ihrer Rede hatte die Parteichefin ihren parteiintern umstrittenen, frontalen Oppositionskurs gegen Rot-Rot verteidigt. Nur wenn die CDU sich nicht einschüchtern lasse, könne es gelingen, stärkste Kraft zu werden, sagte Ludwig. Sie warf Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) Führungslosigkeit vor. Er unternehme nichts gegen "Filz und Vetternwirtschaft". Wiedergewählt wurden als Vize Ex-Justizministerin Barbara Richstein, der Cottbuser Kreischef Michael Schierack und der Rüdersdorfer Bürgermeister André Schaller. Auf Vorschlag Ludwigs wurde der Kreischef von Ostprignitz-Ruppin, Jan Redmann, weiterer Stellvertreter.