Finanzierung

Potsdamer Stadtschloss: Zink- statt Kupferdach

Aschgrau statt patinagrün: Das neue Potsdamer Stadtschloss wird nach seiner Fertigstellung kein edles Kupferdach zieren. Aus Kostengründen erhält der Neubau, der 2013 dem brandenburgischen Landtag ein neues Zuhause geben soll, bloß ein graues Dach aus Titanzink.

Das sagte eine Sprecherin des brandenburgischen Finanzministeriums.

Hans-Joachim Kuke vom Verein Potsdamer Stadtschloss nannte die Entscheidung "ästhetisch schlicht falsch". "Rathaus, Nikolaikirche - alle Gebäude ringsum haben Kupferdächer." Auch halte ein Kupferdach mehrere Hundert Jahre, ein Zinkdach nur einige Jahrzehnte.

Das historische Potsdamer Stadtschloss hatte ein Kupferdach mit der typisch grünen Patina. Der Barockbau war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1959 vom SED-Regime gesprengt worden. Ein Kupferdach für das neue Stadtschloss hätte nach Berechnungen des zuständigen Baukonzerns BAM Deutschland Mehrkosten in Höhe von 1,6 Millionen Euro verursacht. Die Landesregierung sah sich wegen der angespannten Haushaltslage nicht in der Lage, diese Mehrkosten zu tragen.

Der Verein Potsdamer Stadtschloss versuchte daher in den vergangenen Monaten, private Sponsoren für die Finanzierung des Kupferdachs zu finden. Dies misslang aber. Nach Angaben von Kuke kam nur ein fünfstelliger Betrag zusammen. Der Kunsthistoriker appellierte an die brandenburgische Landesregierung, die Entscheidung für das Zinkdach noch einmal zu überdenken und noch einmal selbst um solvente Geldgeber zu werben. Schließlich sei das Stadtschloss nicht nur künftiger Arbeitsplatz der Parlamentarier, sondern erfülle für Stadt und Land auch "repräsentative Aufgaben".

Viel Zeit bleibt für eine Revision allerdings nicht mehr. Schon Mitte bis Ende November soll auf der Stadtschloss-Baustelle am Alten Markt Richtfest gefeiert werden, hieß es.