Flächennutzungsplan

Fast alle Militärflächen verwertet

Von den rund 100 000 Hektar ehemals militärisch genutzter Flächen im Land Brandenburg ist nur ein kleiner Rest noch nicht verwertet. Etwas mehr als 7000 Hektar stünden für eine Umwandlung zur privaten Nutzung weiterhin zur Verfügung, teilte das Finanzministerium am Donnerstag in Potsdam mit.

Viel Fläche wird nun für die Energiegewinnung mittels Solar- oder Windkraftanlagen genutzt. Zudem sind auf den ehemaligen Liegenschaften der sogenannten Westgruppe der Truppen (WGT) - sowjetische und später GUS-Streitkräfte - Naturschutzgebiete entstanden.

Bis Ende Juni seien im Zusammenhang mit der Privatisierung der Flächen nachweislich 1358 Arbeitsplätze geschaffen worden, erläutert das Ministerium anlässlich des Konversionssommers in Wustermark/Elstal (Havelland). Von den vertraglich vereinbarten Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro seien rund 640 Millionen Euro durch die Käufer nachgewiesen worden. Brandenburg hatte am 20. Juni 1994 vom Bund die ehemaligen Militärflächen übernommen. Für die Verwertung ist die privatisierte Brandenburgische Boden GmbH zuständig.

Auf 366 Hektar seien an zwölf Standorten Fotovoltaikanlagen errichtet worden. Für zwei weitere Standorte stünden die Kaufverhandlungen kurz vor dem Abschluss, heißt es. Auf rund 926 Hektar an sechs Standorten stünden Windkraftanlagen. Als Beispiel einer gelungenen Konversion wird der ehemalige Truppenübungsplatz "Döberitzer Heide" (Havelland) genannt. Rund 3600 Hektar seien Landschaftsschutzgebiet. Die Heinz-Sielmann-Stiftung schafft dort derzeit ein Naturschutz- und Naherholungsgebiet mit Wisenten, Wildpferden und Rotwild.

Ein politischer Streitpunkt ist allerdings der Verkauf des Kasernengeländes in Potsdam-Krampnitz. Das Land will den Verkauf des 110 Hektar großen Areals rückgängig machen. Es war 2007 von der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) im Auftrag des Landes für gut vier Millionen Euro veräußert worden - aus Sicht der Opposition weit unter Wert. Ein im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam erstelltes Gutachten geht davon aus, das die Immobilie heute 30 Millionen Euro wert ist. Ein Landtagsuntersuchungsausschuss versucht den Vorgang aufzuklären.

( dpa )