Kriminalität

Polizei räumt besetztes Haus in Kreuzberg

Zwei Dutzend Personen haben am Sonntagnachmittag ein Wohnhaus an der Schlesischen Straße in Kreuzberg besetzt. Zuvor versammelten sich rund 100 Personen auf der Straße und zündeten zwei Mülltonnen an.

Die mutmaßlich linken Autonomen wollten damit offenbar gegen die steigenden Wohnungsmieten in der Hauptstadt protestieren.

Gegen 15 Uhr errichteten sie Barrikaden und schoben mehrere Mülltonnen auf die Straße vor dem Haus. Zwei davon zündeten sie an. Anschließend stürmten zwölf vermummte Personen in das Gebäude und hängten Transparente aus den Fenstern. Die alarmierte Polizei sperrte daraufhin die Schlesische Straße zwischen Skalitzer Straße und Eichenstraße.

Am Abend wurde das Vorderhaus geräumt und einem privaten Sicherheitsdienst übergeben. Neun Männer und drei Frauen wurden vorläufig festgenommen, nach Feststellung ihrer Personalien aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie wird nun wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ermittelt. Am späteren Abend wurden dann noch einmal zwölf Besetzer in einem hinteren Flügel des Hauses entdeckt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Sie wurden ebenfalls vorläufig festgenommen.

Schon im vergangenen Mai war das Haus von linken Autonomen besetzt worden. Seinerzeit wurde der neue Mietspiegel in Berlin vorgestellt, der belegte, dass die Mieten in der Stadt wieder gestiegen waren. Nun sollen die Mieten abermals steigen. Die ehemals landeseigene Wohnungsgesellschaft GSW hatte am vergangenen Dienstag verkündet, die Mieten für 15 000 ihrer 48 800 Wohnungen zu erhöhen. In den nächsten zwei Jahren sollen die Kaltmieten dort um rund 6,8 Prozent angehoben werden. Auch drei landeseigene Wohnungsbaugesellschaften hatten steigende Mieten angekündigt.