Protestaktion

Klimacamper besetzen Büros von Regierungsparteien

Aktivisten des Lausitzer Klimacamps haben am Donnerstag in Cottbus und Potsdam Büros der märkischen Regierungsparteien SPD und Die Linke besetzt. Sie überreichten einen Katalog von Forderungen, die sich gegen die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid aus der Braunkohleverstromung nach dem CCS-Verfahren und gegen neue Braunkohletagebaue richten.

Darüber führten die Teilnehmer Gespräche mit Parteimitgliedern.

Die Aktionen verliefen nach Polizeiangaben friedlich. Sie gehörten zum einwöchigen Klima- und Energiecamp, das bis Sonntag am Kraftwerk Jänschwalde stattfindet.

"Bei der Diskussion im Cottbuser SPD-Parteibüro sind wir auf eine Betonfraktion gestoßen", berichtete Tadzio Müller von der Berliner Initiative gegenstrom. "Die SPD-Genossen dort stellen den Ausbau der Braunkohleförderung nicht infrage. Eine solche Politik läuft aber der Wirklichkeit hinterher", kritisierte er. "Mit unseren Aktionen wollen wir den Regierungsparteien zeigen, dass es hier Widerstand gegen neue Tagebaue und die CCS-Technik gibt."

"Die rot-rote Landesregierung ignoriert, dass ihre verfehlte Energiepolitik einen Beitrag zum globalen Klimachaos leistet", erklärte Alexa Lärchner, eine der Beteiligten. "Anstatt konsequent auf erneuerbare Energien zu setzen, macht sich die Regierung zum Büttel des Energiekonzerns Vattenfall", sagte sie laut Mitteilung. Das Unternehmen plane den Aufschluss zweier neuer Tagebaue in Welzow-Süd und Jänschwalde-Nord sowie den Neubau von Kohlekraftwerken.

Die Aktivisten fordern einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis 2040 und die Abkehr von der nach ihrer Ansicht riskanten CCS-Technik. Dazu ist für diesen Sonnabend in Cottbus eine Demonstration vorgesehen unter dem Motto "Unsere Energie ist nicht eure Kohle! Für Klimagerechtigkeit, gegen neue Tagebaue und CCS!"