Fernsehen

Preußen-Hochzeit: Kritik an der Live-Übertragung

Die geplante Live-Übertragung des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) von der Hohenzollern-Hochzeit am 27. August stößt auf Kritik.

"Das ist eine Prioritätensetzung, die ich nicht nachvollziehen kann", sagte der medienpolitischer Sprecher der SPD im Potsdamer Landtag, Klaus Ness, der Nachrichtenagentur dpa. "Ich bin sicher, dass es darüber Diskussion geben wird bei der nächsten Aufsichtsratssitzung", meinte Ness, der auch SPD-Generalsekretär und Mitglied des RBB-Rundfunkrates ist.

Auch die Linksfraktion im brandenburgischen Landtag äußerte ihr Befremden und sprach von "Adels-Kult". Angesichts der vom RBB selbst mehrfach angeführten Kostenbelastungen durch Live-Formate verbiete sich der Aufwand, kritisierte Stefan Ludwig, Vize-Fraktionschef und designierter Landesvorsitzende der Linken.

Der Sender wies die Vorwürfe zurück. "Wir wollen den unterschiedlichen Interessen der Zuschauer gerecht werden", sagte RBB-Sprecher Justus Demmer. Es sei willkürlich, sich einen einzelnen Programmpunkt rauszugreifen. Vielmehr müsse das Gesamtangebot bewertet werden. "Das Hauptproblem ist, dass so getan wird, als ob es nur ein "entweder oder gibt", sagte Demmer. Angaben zu den Kosten machte er nicht.

Der RBB hatte am Vortag mitgeteilt, dass er die Hochzeit von Georg Friedrich Prinz von Preußen (35) mit Sophie Prinzessin von Isenburg (33) am 27. August von 11 bis 14 Uhr live aus Potsdam überträgt. Kommentator wird Rolf Seelmann-Eggebert sein. Die Eheschließung des Chefs des Hauses Hohenzollern, Ur-Urenkels von Kaiser Wilhelm II., mit seiner Verlobten gilt als eines der herausragenden gesellschaftlichen Ereignisse dieses Jahres. Zu der Adelshochzeit werden mehr als 700 Gäste erwartet, darunter Vertreter des europäischen und internationalen Hochadels.