Montags-Demos

Mehr Unterstützung für Proteste gegen Flugrouten

Die Proteste gegen den künftigen Berliner Großflughafen BER reißen nicht ab. Bereits zum fünften Mal demonstrierten Bürger am Montag im Köpenicker Ortsteil Friedrichshagen gegen die geplanten Flugrouten über den Müggelsee.

"Die Zahl der Teilnehmer steigt an, die Menschen wollen ihrem Unmut über die geplante Flugroute über den Müggelsee Ausdruck verleihen", sagte der Sprecher der Initiative, Bernd Ebert. Zur fünften Montagsdemo waren nach Veranstalterangaben 2500 Demonstranten gekommen

Am heutigen Dienstag wollen Fluglärm-Gegner ihre Forderungen bei einer "Politischen Dampferfahrt" auf dem Müggelsee dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übergeben.

Bei den Friedrichshagenern herrscht Unmut darüber, dass Wowereit und auch seine Herausfordererin Renate Künast (Grüne) die Einladung der Bürgerinitiative gegen die Müggelsee-Flugroute (FBI) bislang aufgrund von "Terminproblemen" ausgeschlagen hatten. Für die Flugroutengegner von Lichtenrade im Südwesten hätten Wowereit und Künast dagegen Zeit gefunden, so Ebert.

Die Dampferfahrt wird von der SPD in Treptow-Köpenick organisiert - insofern stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass Wowereit kommt. Der Bürgerverein Friedrichshagen will ihm die Forderungen der Demonstranten übermitteln, außer der Ablehnung der Flugrouten über den Müggelsee auch ein Nachtflugverbot zwischen 22 Uhr und sechs Uhr sowie der Verzicht auf den Ausbau des Flughafens zum internationalen Drehkreuz. "Diese Forderungen haben bisher mehr als 12 000 Müggelsee-Anrainer durch ihre Unterschrift unterstützt", so Ebert.

Ab kommendem Jahr, so die Pläne der Deutschen Flugsicherung, sollen bei Ostwind 120 startende Flugzeuge vom neuen Hauptstadtflughafen aus das Naherholungsgebiet überfliegen; Kritiker fürchten Lärm- und Kerosinbelastung. Ihrer Ansicht nach würden andere Abflugrouten im Osten weniger Anwohner belasten. Anfang 2012 legt das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die Routen fest.

Die Friedrichshagener Bürgerinitiativen kündigten gestern an, sie würden jeden Montag ab 19 Uhr gegen die Routenpläne demonstrierten. Für den 28. August hat die FBI zudem eine Menschenkette um den Müggelsee geplant. Auch Bürgerinitiativen im Westen wollen sich anschließen. Herbert Rinneberg, Vorsitzender der Initiative "Lichterfelde gegen Fluglärm" sagte, man wolle an künftigen Demonstrationen regelmäßig teilnehmen.