Günter Baaske

Minister macht Praktikum in der Altenpflege

Das Schwerste wird am Montag das Aufstehen sein. Um 6.45 Uhr muss Sozialminister Günter Baaske bei der Arbeit erscheinen. "Das ist hart", sagt der SPD-Politiker. Er hat es nicht anders gewollt.

Wie schon seit Jahren tritt der 53-Jährige in der Sommerpause des Landtages ein Praktikum an - diesmal in einem Altenheim. "Ich will etwas machen, von dem ich mir vorstelle, dass es sehr schwer wird", sagt er. "Dies ist eine Herausforderung." Eine Woche lang wird Baaske im Altenhilfezentrum "Hospital zum Heiligen Geist" in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) arbeiten. "Wir sind vorbereitet. Alle Aufgaben warten auf ihn", sagt Pflegedienstleiterin Elke Gravelmann. 64 Heimbewohner befinden sich derzeit in dem Heim. Sie werden Praktikant Baaske aus nächster Näher erleben. "Ich werde ihm erst mal etwas zur Struktur unseres Hauses erklären und den Ablauf eines Tages nahelegen", sagt Gravelmann. Mit einer Pflegefachkraft an seiner Seite werde Baaske dann auf die Station geschickt.

"Ich habe schon mit meiner Chefin gesprochen", berichtet der Politiker über seine Aufgaben. "Bei einer Führung durch derartige Heime bekomme ich das tägliche Leben nicht mit - nun schon." Dass Baaske körperliche Arbeit nicht scheut, hat er schon mehrfach bewiesen. So hat er im vergangenen Jahr gemeinsam mit den behinderten Beschäftigten der Werkstätten Belzig die Grünanlagen der Burg Eisenhardt gepflegt.

"Das sorgt für Bodenhaftung jenseits des Politikzirkus", meinte er damals. Jedes Jahr, wenn die Politik in Potsdam pausiert, schnuppert der frühere Lehrer (Physik und Mathematik) in die Arbeitswelt. Für einen Kreisverkehr hat er bereits Pflastersteine geschleppt, ein anderes Mal in Beelitz eine Regenwasserleitung mitgebaut. Auch im Kindergarten und in einer Kita war er schon. Die Verantwortung für sieben Kleinkinder zu haben sei der bislang härteste Job gewesen, so Baaske. Er geht davon aus, dass sein Job im Altenheim nicht minder anstrengend wird. "Ich habe größten Respekt vor den Menschen in der Pflegebranche." Bei seinem Praktikum will er sein ministerielles Theoriewissen um die Praxis ergänzen.

Rund 90 000 pflegebedürftige Menschen leben nach Angaben des Sozialministeriums in Brandenburg.