Hochwasser

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In Brandenburg droht ein neues Hochwasser. In Spremberg sollte voraussichtlich der Richtwert der Alarmstufe 3 erreicht werden, sagte die Referatsleiterin des Hochwassermeldezentrums Cottbus, Karin Materne, am Sonnabend.

Der Pegel der Spree betrug zur Mittagszeit 3,41 Meter. Er lag damit 19 Zentimeter unterhalb des Richtwerts. Ob die Alarmstufe 3 ausgerufen wird, stand zunächst nicht fest. In der Nacht zu Sonntag wurde mit einem allmählichen Rückgang des Wassers in der Spree gerechnet.

An der Lausitzer Neiße erwarteten die Experten dagegen ein Ansteigen der Fluten. Der Pegel Klein Bademeusel sollte möglicherweise am späten Nachmittag den Richtwert der Alarmstufe 2 erreichen, sagte Materne. Zur Mittagszeit lag er bei drei Metern - das sind 40 Zentimeter unterhalb des Richtwerts der Alarmstufe 2. Der Wasserstand am Pegel Guben 2 stieg ebenfalls, lag mit 3,67 Meter aber unterhalb des Richtwerts der ersten Alarmstufe.

Die Lage an der Oder ist nur schwer einzuschätzen. Der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Matthias Freude, sagte: "Unklar ist, wie viel Wasser vom Oberlauf kommt. Dort hat es heute Nacht stark geregnet." Noch fehlten aktuelle Werte.

Sicher sei allerdings, dass das zu erwartende Hochwasser nicht die Dramatik habe wie in den Jahren 2010 oder gar 1997. Im vergangenen Sommer hatten ebenfalls ausgiebige Regenfälle zu Hochwasser an Spree, Neiße, Oder und Schwarzer Elster geführt.

Am Sonnabend wurde am Pegel Frankfurt (Oder) 1 eine Höhe von 2,52 Meter gemessen. Sandbänke und Buhnen - am Vortag noch sichtbar - waren verschwunden. Die Hochwasser wurden durch den Dauerregen der vergangenen Tage verursacht. In Ostbrandenburg fielen von Mittwoch bis Freitag gebietsweise bis zu 120 Liter Regen je Quadratmeter, wie Meteorologe Jörg Riemann vom privaten Wetterdienst Meteogroup sagte.