Unternehmen

Brandenburg setzt auf "saubere Technologien"

Brandenburg ist aus Sicht der märkischen Wirtschaftsförderung ein "Land der sauberen Technologien". Mindestens 40 000 Menschen seien im Bereich der "Clean Technologies" beschäftigt. Bis 2020 könnten weitere 15 000 Arbeitsplätze entstehen.

Die Zahlen stammen aus einer von der ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB) in Auftrag gegebenen Studie des Beratungsunternehmens Prognos. Erste Ergebnisse des Gutachtens, das zum Jahresende vorliegen soll, stellte die ZAB am Mittwoch in Potsdam vor. Mit einem Zuwachs an Arbeitsplätzen um 3,8 Prozent von 2008 bis 2010 habe sich der Bereich der sauberen Technologien dynamischer entwickelt als die brandenburgische Wirtschaft insgesamt mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent. "In Guben ist eine Pilotanlage für biologisch abbaubare Kunststoffe entstanden. In Wittenberge werden chemische Grundstoffe für die Kosmetikindustrie auf Basis nachhaltig angebauter nachwachsender Rohstoffe hergestellt", nannte ZAB-Geschäftsführer Steffen Kammradt Beispiele. Auch in der Innenverkleidung des Airbus A 380 stecke Forschungsarbeit aus Brandenburg: In der Fraunhofer-Einrichtung Pyco in Teltow werden leichte Kunststoffe für die Luftfahrtindustrie entwickelt, die dabei helfen sollen, den Kerosinverbrauch zu senken.

Der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte am Mittwoch, im Bereich der sauberen Technologien würden große Chancen für die Zukunft gesehen. Eine Bonusförderung - sie solle in die Förderrichtlinien für 2012 bis 2014 einfließen - gebe Anreize, besonders schonend zu arbeiten, erklärte der Minister. Im März dieses Jahres hatte die vom Bundesinnenministerium ins Leben gerufene Cleantech Initiative Ostdeutschland (CIO) ihre Arbeit aufgenommen. Vorhandene Potenziale sollen branchen- und länderübergreifend in einem Netzwerk gebündelt werden.