Sozialpolitik

Kaum noch freie Betten in Jugendherbergen

Die Jugendherbergen in Berlin-Brandenburg sind in diesem Sommer fast ausgebucht. Nach Angaben des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) in Potsdam gibt es nur noch Restplätze.

In den 19 märkischen Herbergen werde es für Jugendgruppen schwer, spontan noch freie Betten zu finden, sagte DJH-Sprecher Marcus Hirschberg. Für junge Familien sehe die Lage besser aus. Hier gebe es noch Kapazitäten. "Da lohnt es sich schon, mal den Telefonhörer in die Hand zu nehmen und in den Herbergen nachzufragen." Landesweit verfügt das Jugendherbergswerk über rund 1600 Betten. Im vergangenen Jahr wurden 211 000 Übernachtungen gezählt.

Im Schnitt blieben Gästegruppen und junge Familien knapp 2,8 Tage. "Im Sommer sieht das anders aus. Da verdoppelt sich diese Dauer auf etwa fünf Tage", sagt Hirschberg. Gerade der Anteil der jungen Familien habe in den vergangenen Jahren konstant zugenommen. Besonders in den Sommermonaten kommen diese verstärkt in die Herbergen. Allein in den Monaten Juli und August 2010 drängten sich hier mehr als 30 000 Familien, im gesamten Jahr 2010 waren es 88 000.

Die Beliebtheit bei den Familien habe mit dem verbesserten Standard der Häuser und den niedrigen Übernachtungskosten zu tun, sagt DJH-Landeschef Steffen Reiche. "Die Qualität in den Herbergen stimmt. Vor allem auch für Kinder wird hier viel geboten", meint Birgit Kunkel von der Tourismus-Marketing Brandenburg. Viele Häuser sind wegen ihrer Kinderfreundlichkeit zertifiziert worden. Daher erkläre sich der große Zuspruch von jungen Familien.

Seit ein paar Jahren arbeitet der Verband kontinuierlich an der Ausstattung der Häuser. Demnächst sollen in Brandenburg vier Häuser umfassend saniert werden. Die Jugendherberge "Carl-Bolle" in Milow (Havelland) ist aktuell das modernste Haus. Frisch saniert hat sie in diesem Jahr erst wieder eröffnet.

Bessere Chancen für Jugendgruppen bieten sich kurzfristig auf den 180 brandenburgischen Campingplätzen. Hier gibt es laut Verband der Campingwirtschaft auf einzelnen Plätzen noch Stellflächen. Aber Vorsicht: Nicht jeder Platz eignet sich auch für Jugendliche. Verbandssprecherin Katrin Waitek empfiehlt, vorher anzurufen. So gebe es spezielle Campingplätze, die sich auf Jugendliche eingerichtet haben - beispielsweise der Campingplatz im havelländischen Ketzin. Neuer Trend beim Camping: "Große, komfortable Zelte haben die kleinen Wegwerfzelte auch bei Jugendlichen verdrängt", so Waitek.

Eine andere Alternative sind Ferien auf dem Bauernhof. Einen direkten Überblick über die aktuelle Buchungslage gibt es laut dem Verband Pro agro nicht. "Etwa 200 Betriebe bieten in der Mark Urlaub auf dem Bauernhof an", so Verbandssprecherin Stefanie Patron. Interessant für Gruppen könnten Übernachtungen in den 30 Heuhotels im Land sein, erklärte sie. Hier gebe es Kapazitäten.

Abenteuerurlaub in Brandenburg ist ebenfalls noch möglich. So ist beispielsweise noch Platz beim Fallschirmspringen plus Zelten in Fehrbellin (Ostprignitz-Ruppin). "Einzige Voraussetzungen: Die Leute sind über 14 und nicht schwerer als 95 Kilo", sagt Take-Off-Chef Ralf Heine.

Volle Häuser melden auch die Hostels und Jugendherbergen in Berlin. Dabei wird es in den drei Häusern des Jugendherbergswerks eng. Die 736 Betten seien fast restlos ausgebucht, sagte Sprecher Hirschberg.