Biosphärenreservat Schorfheide

Neue Heimat für die Schildkrötenbabys

Etwa 20 junge Sumpfschildkröten der Naturschutzstation Rhinluch in Linum werden in den kommenden Wochen im Biosphärenreservat Schorfheide ausgewildert. Die Tiere wurden in Rhinluch gezüchtet, gewogen und markiert, wie Stationsleiter Norbert Schneeweiß am Montag sagte.

Damit könne die Entwicklung nach der Aussetzung kontrolliert werden. Umweltministerium und Naturschutzstation hoffen, dass sich die äußerst seltenen Tiere in der Schorfheide vermehren. Brandenburg besitze mit den Europäischen Schildkröten ein "einzigartiges Kleinod", sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke). Das Land trage "große Verantwortung" dafür, dass die biologische Artenvielfalt auch für nachfolgende Generationen erhalten bleibe. "Die Lebensräume der letzten in Deutschland einheimischen Sumpfschildkröten, deren Bauplan älter als der der Dinosaurier ist, zählen zu den urigsten und artenreichsten Naturräumen Mitteleuropas", hieß es vonseiten des Ministeriums.

Die Europäische Sumpfschildkröte gibt es deutschlandweit nur noch in Brandenburg. Dort leben rund 70 erwachsene Tiere. Die seltenen Schildkröten sind vor allem durch den eingeschleppten nordamerikanischen Waschbär gefährdet, der gelernt hat, Schildkrötenpanzer zu knacken.