Arbeitskampf

Lokführer bei der Privatbahn Odeg sind wieder im Streik

Im Tarifstreit der Lokführergewerkschaft GDL mit der privaten Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) ist keine Einigung in Sicht. Zum Wochenstart müssen sich Fahrgäste in Berlin und Brandenburg erneut auf erhebliche Einschränkungen einstellen.

Seit Sonntagmittag sind die Odeg-Lokführer zum Streik aufgerufen. Wie lange die Arbeitsniederlegung dauert, ist nach Angaben von Odeg-Landeschef Frank Nachtigall offen. Zuletzt hatten die Lokführer bei der Odeg im Juni für elf Tage gestreikt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost müssen Fahrgäste der Odeg-Linien erneut mit mehrtägigen Arbeitsniederlegungen rechnen.

Bei dem privaten Eisenbahnunternehmen gilt schon seit Wochen ein Notfahrplan, um auch bei kurzfristig angekündigten Streiks ein zuverlässiges Angebot fahren zu können. Auf mehreren Linien der Region müssen die Fahrgäste auf Züge der Deutschen Bahn oder Busse umsteigen. Die GDL wirft der Odeg vor, zu Lasten der Mitarbeiter und Fahrgäste zu taktieren. 40 Prozent der Lokführer seien zuletzt ausgesperrt worden, so Nachtigall. Fünf von ihnen habe das Unternehmen nun aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. "Solche Spielchen sind mit uns nicht zu machen", sagte Nachtigall. Die Gewerkschaft will mit den Streiks eine Einkommenserhöhung und bessere soziale Absicherung durchsetzen.

Das Unternehmen rechtfertigte die Aussperrung als "einziges Instrument, um wirtschaftlichen Schaden vom Unternehmen abzuwenden". Auch nach dem Ende des Streiks soll der abgespeckte Basisfahrplan zunächst beibehalten werden. Fahrgäste können sich auf der Odeg-Internetseite ( www.odeg.info ) über Verspätungen und Ausfälle von Zügen informieren. Außerdem empfiehlt das Unternehmen sein Kundentelefon (Tel. 030-514 88 88 88), das rund um die Uhr geschaltet sei.