Energieversorgung

Neues Stromdrehkreuz für18 Millionen Verbraucher

Mit einem neuen Stromdrehkreuz bei Berlin sollen die Herausforderungen durch immer mehr Windstrom gemeistert und die Versorgung von 18 Millionen Verbrauchern gesichert werden.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) sagte am Montag bei der Eröffnung der Leitzentrale des Übertragungsnetzbetreibers 50hertz in Neuenhagen, die Netzentgelte müssten steigen, um rasch mehr Leitungen zu bekommen. "Wir brauchen einen Cent mehr pro Kilowattstunde." Die Entgelte werden über den Strompreis bezahlt und könnten damit für einen Durchschnittshaushalt 40 Euro mehr pro Jahr bedeuten. Oettinger bezifferte das Investitionsvolumen für den Netzausbau in Europa auf rund 140 Milliarden Euro. "Wir haben in den letzten Jahrzehnten unsere Netze nicht genug gepflegt", so Oettinger.

50hertz betreibt die Stromautobahnen für Berlin, die ostdeutschen Länder und Hamburg. Die 30 Millionen Euro teure Anlage steuert fast 9700 Kilometer an Stromautobahnen. Der Sprecher der Geschäftsführung, Boris Schucht, betonte, das Kontrollzentrum sei ein wichtiger Baustein, um die Energiewende zu schaffen. Nur im Gebiet von 50hertz seien bereits 15 000 Megawatt an erneuerbaren Energien installiert - das sei mehr als die Leistung aus konventionellen Kraftwerken.

Da im Osten viele Windparks entstanden sind, muss der Betreiber über seine Höchstspannungsleitungen rund 40 Prozent der deutschen Windenergie einspeisen. 50 Hertz (Hz) ist die Frequenz, mit der das EU-Stromnetz arbeitet. Bei dieser Frequenz läuft das Netz den Betreiberangaben zufolge stabil und sicher.