Architektur

Schloss Charlottenhof bleibt wegen giftiger Dämpfe geschlossen

Das Potsdamer Schloss Charlottenhof bleibt wegen des Austretens giftiger Dämpfe weiterhin geschlossen. In dem Gebäude sei eine vielfache Überschreitung der Höchstwerte für das Umweltgift Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) festgestellt worden, teilte der Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Ulrich Henze, am Donnerstag mit.

Das Haus war im Mai geschlossen worden. Messungen hatten ergeben, dass die Giftstoffe durch sogenanntes Abdampfen im Gebäude verteilt werden. Rundgänge und Führungen im Schloss wurden daraufhin abgesagt.

Die Dämpfe kommen den Angaben zufolge aus dem Dachstuhl. Dieser wurde laut Henze vermutlich in der 1960er Jahren mit einer unverhältnismäßig großen Menge an DDT-haltigem Holzschutzmittel behandelt. Besonders bei Wärme dampfe der Stoff ab, in den Sommermonaten sei demnach mit einer weiteren Steigerung der Werte zu rechnen.

Um eine gesundheitliche Beeinträchtigung von Besuchern und Mitarbeitern zu vermeiden, werde es bis auf Weiteres keine Rundgänge mehr geben. In einem ersten Schritt will die Stiftung nun das belastete Dachgeschoss luftdicht von den darunterliegenden Geschossen trennen. Das Dach bekommt Entlüfter, um den Dampfdruck nach oben abzuleiten. Danach werden alle Schlossräume und das Inventar gereinigt.

Auf der Grundlage weiterer Messungen soll schließlich ein Sanierungskonzept für das Schloss entwickelt und umgesetzt werden. Das Schloss solle den Besuchern so schnell wie möglich wieder zugänglich gemacht werden, sagte Henze.

Park und Schloss Charlottenhof wurden von Peter Josef Lenné und Karl Friedrich Schinkel gestaltet. Friedrich Wilhelm III. kaufte das Gelände südwestlich des Parks Sanssouci 1825 als Weihnachtsgeschenk für das Kronprinzenpaar Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth von Bayern. Schinkel baute von 1826-1829 ein bereits vorhandenes Gutshaus zur Sommerresidenz im Stil einer klassizistischen Villa um, Lenné gestaltete das zuvor landwirtschaftlich genutzte Gelände um das ehemalige Gutshaus neu.