Landwirtschaft

Landwirte rechnen mit deutlichen Einbußen bei der Ernte

Die Landwirte in Brandenburg stellen sich wegen fehlender Niederschläge auf zum Teil deutliche Ernteverluste ein. Der Ausfall werde allerdings regional unterschiedlich sein, sagte der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes, Wolfgang Scherfke, am Wochenende.

Als positiven Aspekt nannte Scherfke, dass der Mais bisher am wenigsten gelitten habe.

Der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes schließt nicht aus, dass es durch Mindererträge bei einzelnen Betrieben zu Härten kommt. So habe es etwa in Ostbrandenburg in den vergangenen Wochen sehr wenig geregnet. "Wenn man dort über Land fährt, sieht es schlecht aus. Roggen hatte teilweise keine Früchte und wurde abgeschnitten." Andererseits habe der Niederschlag der vergangenen Tage für einige Regionen Hoffnung gemacht. Der Regen sei genau richtig gekommen für die Pflanzen, es könnten sich noch gute Körner bilden, sagte Scherfke.

"Im Augenblick rechnen wir beim Getreide zwischen zehn bis 20 Prozent Minderertrag", berichtete Scherfke. Von späten Frösten in den brandenburgischen Regionen sei vor allem der Raps betroffen gewesen. "Wir gehen deshalb von 20 bis 30 Prozent Einbußen aus, in einigen Regionen sogar von 40 Prozent." Trotz der Ausfälle von Biodieselanlagen werde Raps insgesamt gut nachgefragt.

Zu der Diskussion um die Nutzung von Agrarprodukten bekräftigte Scherfke für die im Verband organisierten Landwirte: "Die Landwirtschaft ist für die Ernährung zuständig und für das Futter der Tiere." Was dann noch übrig sei, könne für die Energieerzeugung verwendet werden. "Auch wenn es mal eine schlechtere Ernte gibt, reicht es für Lebensmittel und für die Energieproduktion."

80 Liter Regen weniger als üblich

Die Lage sei aber nicht nur in Brandenburg schlecht, sondern auch aus anderen Bundesländern würden Probleme gemeldet. Zum Niederschlag pro Quadratmeter erläuterte der Hauptgeschäftsführer: "Wir hatten per Ende Mai 132 Millimeter, dass sind im langfristigen Mittel bis zu 80 Liter weniger." Es habe im Mai nur 60 bis 65 Prozent der im Schnitt üblichen Regenmenge gegeben. Im vergangenen Jahr sei die zunächst schlechte Situation bis Ende April durch viel Regen ausgeglichen worden. Jetzt fehlt das Nass von oben. "Die 26 Liter im Mai sind keine ausreichende Wasserversorgung für die Pflanzen."

Die Niederschläge der vergangenen Tage waren Scherfke zufolge auch für die Entwicklung des Grünlands und damit für die Futterversorgung wichtig. Der erste Schnitt habe nur 50 Prozent gebracht. Zum Ausgleich werde auf eine gute zweite Ernte gehofft. In Brandenburg gibt es laut Angaben des Bauernverbands rund eine Million Hektar Ackerland, von denen 50 Prozent für den Getreideanbau genutzt werden.