Bildung

Studie: Im Land fehlen mehr Lehrer als berechnet

An Brandenburgs Schulen werden nach einer Studie im Auftrag der Grünen in den kommenden Jahren mehr Lehrer gebraucht als zunächst von der rot-roten Landesregierung vorgesehen.

Notwendig seien 600 neue Lehrkräfte pro Jahr, heißt es in dem Gutachten des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung zur Lehrerversorgung in abgelegenen Regionen, das die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Marie Luise von Halem, am Mittwoch vorstellte. Die Grünen fordern gezielte Anreize, um junge Pädagogen aufs Land zu locken.

"Wir stellen immer so viele Lehrer ein, wie wir brauchen", sagte hingegen der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding. Das seien 2011/12 nur 150, weil durch das Auslaufen eines Sozialtarifvertrages in diesem Sommer rund 2000 Lehrkräfte von Teilzeit auf Vollzeit umstellen könnten. Dies sei ein "einmaliger Vorgang". Ab 2012/13 würden voraussichtlich wieder mehr Lehrer eingestellt. In diesem Schuljahr waren es beispielsweise 450. Die Grünen fordern für das kommende Schuljahr 350 neue Pädagogen.

Die Leiterin der Studie des Leibniz-Institutes, Gabriela Christmann, sprach von einem "bundesweiten Konkurrenzkampf um Lehrkräfte". Für Brandenburg als finanzschwaches Land sah sie eine "dramatische Ausgangssituation". Die Landesregierung sieht ebenfalls diesen stärker werdenden Wettbewerb. Die Zahl der Plätze für Referendare würde auf rund 900 aufgestockt, um den künftigen Lehrerbedarf zu decken, sagte Breiding. Zudem werbe Brandenburg um Lehrer aus anderen Bundesländern.

Die Grünen schlagen wie die Autoren des Gutachtens zunächst ein Modellprojekt zur besseren Anwerbung von Lehrern für ländliche Gebiete vor. Unter dem Titel "LandlehrerIn in Sicht" solle erprobt werden, welche Maßnahmen Nachwuchslehrer am besten ansprechen. Dazu seien das Land, die Kommunen, aber auch die Schulen selbst gefragt. Es gehe unter anderem um mehr Möglichkeiten für junge Lehrer, sich an Schulen einzubringen, erklärte die Grünen-Politikerin von Halem.