Brandbombe

Gefährliche Phosphorgranate in Buckow entdeckt

Ein gefährlicher Fund hat im Neuköllner Ortsteil Buckow für Aufregung gesorgt. Auf einem Baugrundstück am Baldersheimer Weg war am Sonntag eine britische Phosphorgranate entdeckt worden. Weil das gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg eine Rauchwolke absonderte, alarmierten Anwohner um 11.48 Uhr die Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte erkannten rasch die Gefährlichkeit des Blindgängers, der bei Ausschachtungsarbeiten am Rande einer Baugrube in geringer Tiefe entdeckt worden war. Sie sperrten umgehend den Fundort bis zur Kreuzung Gaudacher Straße ab. Gleichzeitig wurde der brisante Fund mit Erde bedeckt und die Polizei gerufen, die zur Entschärfung der Granate einen Techniker des Landeskriminalamtes zum Fundort beorderte.

Die Sprengmittelexperten identifizierten den Fund als etwa 40 Zentimeter lange Stabphosphorgranate britischer Herkunft. Solche Granaten waren im Krieg in großen Mengen als Brandbomben eingesetzt und aus Flugzeugen abgeworfen worden, was zu großflächigen Feuerstürmen führte. Das Bedecken der Granate mit Sand verhindert das Entzünden beziehungsweise Detonieren des in der Granate befindlichen Phosphors. Der Zünder der Granate wird bereits aktiv, wenn er auf den in der Luft enthaltenen Sauerstoff trifft. Es bestand die Gefahr, dass der Phosphor unkontrolliert zu brennen beginnt und dann eine bis zu 1300 Grad Celsius heiße Flamme auflodert. Der dabei entstehende Rauch ist hochgiftig und in größeren Mengen gesundheitsschädlich. Das Einatmen solcher Dämpfe führt zu Verbrennungen der Atemwege und kann tödlich sein.

Zur Gefahrenabwehr wurde die Brandbombe vom Kriminaltechniker zunächst luftdicht verschlossen, anschließend in eine mit Erde gefüllte Wanne gelegt und mit Sand bedeckt. Danach wurde die Phosphorgranate zum Sprengplatz in Grunewald abtransportiert. Gegen 13 Uhr konnte die Absperrung des Fundortes wieder aufgehoben werden.