Hightech

Etikettenschwindel beim Spargel auf der Spur

Beelitzer Spargel ist nicht nur das Produkt einer aufwendigen Zucht. Der geschützte Markenname und die geschützte geografische Angabe sind auch das Ergebnis eines jahrelangen Rechtsstreits der Beelitzer Spargelbauern.

Der Disput endete vor gut zehn Jahren mit der Registrierung der Marke "Beelitzer Spargel" beim Münchner Patentamt. Doch einen Garanten gegen Etikettenschwindel gab es bislang nicht. Ein neues Analyseverfahren soll dies ändern.

Entwickelt hat es die Firma IsoAnalysis aus Berlin, ein Hightech-Unternehmen, das aus der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung ausgegliedert wurde. Auf Basis innovativer chemischer Analytik kann dort die Herkunft und Beschaffenheit bestimmter Materialien und Inhaltsstoffe nachgewiesen werden - und damit auch, ob tatsächlich Beelitzer Spargel drin ist, wo es draufsteht.

Dies ist nur dann der Fall, wenn der Spargel auf den Feldern der 15 zertifizierten Spargelhöfe geerntet wird, die zur geologischen Formation des sogenannten Beelitzer Sanders gehören. Bei der Spargelanalyse werden die Ergebnisse der Proben mit den ständig aktualisierten Werten von Bodendatenbanken verglichen. Weisen Boden und Spargel das gleiche Muster auf, lässt das auch auf die Herkunft des Gemüses schließen. "So lässt sich gut unterscheiden, ob Spargel aus Beelitz oder dem Saarland kommt", sagt die Sprecherin der Bundesanstalt, Ulrike Rockland.

Analysiert würden die unterschiedlichen Variationen der chemischen Elemente Strontium, Bor und Blei, sagt der Gründer von IsoAnalysis, Martin Rosner. Die Qualität und Quantität dieser Mineralien in der Erde sei prägend für die Beschaffenheit der Böden.

Eine "Spargel-Polizei", die bei einer Stichprobe an einem Verkaufsstand in Sekundenschnelle Echtheit oder Schwindel nachweisen kann, gibt es allerdings nicht. "Die Prüfung dauert etwa zwei Monate", erklärt Rockland. Daher seien es vor allem Spargelbauern und Großhändler, die den Nachweis für die Herkunft ihrer Ware in Auftrag gäben.

Die zur Analyse eingereichten Spargelproben werden zerschnitten, zerkleinert, gefriergetrocknet, gemixt und verbrannt; die verbleibende Substanz wird schließlich in einem massenspektrometrischen Verfahren untersucht.

Für den Vorsitzenden des Beelitzer Spargelvereins, Manfred Schmidt, ist die Hightech-Methode zusätzliches Rüstzeug im Kampf gegen Etikettenschwindel. Vor allem aber vertraut er auf den Geschmack der Kunden. Da sich der Beelitzer Sandboden schnell erwärmt, wachse der Spargel schnell, was die Stangen besonders zart werden lasse. "Und der Sandboden ist relativ geschmacksneutral, sodass sich der eigene Geschmack des Spargels intensiv entfalten kann."