Reenactment

Söldner, Landsknechte und Musketiere belagern Wittstock

Seit Freitag tobt in Wittstock wieder der Dreißigjährige Krieg - als Schauspiel und Festspektakel. Die Stadt erinnert mit einer dreitägigen Veranstaltung an die historische Schlacht in der Region.

Am 4. Oktober 1636 waren Wittstock und Umgebung Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Bei der einzigen Feldschlacht des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) auf Brandenburger Boden standen sich 16 000 Schweden sowie 22 000 Soldaten der verbündeten kaiserlichen und sächsischen Armee gegenüber. Die zahlenmäßig unterlegenen Schweden waren am Scharfenberg siegreich. Unter dem Titel "Die Schweden kommen . . ." wird in Wittstock/Dosse bis zu diesem Sonntag mit einer Open-Air-Veranstaltung an die Schlacht vor 375 Jahren erinnert. An dem Spektakel sollen sich mehr als 200 Akteure beteiligen - darunter auch Bürgermeister Jörg Gehrmann (CDU), der am Freitag bereits kostümiert an der Eröffnung teilnahm. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Burg werde das Jahr 1636 wieder lebendig, kündigte die Stadtverwaltung an. "Drei Tage lang "belagern" Söldner, Landsknechte, Musketiere, Marodeure und Pikeniere Wittstock."

Die Schrecken der Schlacht verdeutlichen Feuersäulen, krachende Schwarzpulverkanonen sowie das dumpfe Knallen von Vorderladermusketen und auch klirrende Schwerter. "Aber auch die fröhlichen Seiten des Mittelalters werden gezeigt. Buntes Markttreiben mit Musik, Tanz, Narren und Musikanten auf mehreren Bühnen beherrschen die Stadt", so die Organisatoren. Zu der damaligen Schlacht sagte Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) kürzlich: "An diesem Tag wurde in Brandenburg europäische Geschichte geschrieben." Neben der Nachstellung der Schlacht soll eine Theateraufführung ein weiterer Höhepunkt sein. Das Stück "Die Schweden kommen" wird vor der Kulisse der 2,5 Kilometer langen Stadtmauer aufgeführt.