Flyer-Kampagne

JU wirft Ministerin Zensur wie zu Margot Honeckers Zeiten vor

Die Junge Union (JU) Brandenburg kämpft mit einer Flyer-Kampagne gegen den "Großen Schulzirkus - die täuschend echte Imitation einer freien Diskussion".

Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) tourt seit Wochen durch die Schulamtsbezirke, um vor Lehrern und Eltern für das Konzept der Inklusion zu werben. Die Ministerin will schrittweise Schüler mit Förderbedarf an Regelschulen unterbringen. Sie beruft sich dabei auf die UN-Behindertenkonvention, nach der niemand wegen seiner Behinderung vom allgemeinen Schulsystem ausgeschlossen werden darf. JU-Landeschef Hans-Wilhelm-Dünn wirft der Ministerin vor, auf den bisher vier Regionalkonferenzen nur mit Einladungsverteilern zu arbeiten, die stark zensiert mit dem Bildungsministerium angestimmt worden seien. "Empörte Lehrer haben sich an uns gewandt, weil sie entweder gar nicht eingeladen wurden oder weil ihre Redebeiträge vorab beim Ministerium eingereicht werden mussten", sagt Dünn. "Sie wurden erst nach entsprechender Zensur wie zu Zeiten von Margot Honecker freigegeben." So würden die Ergebnisse der Regionalkonferenzen schon vorher festgelegt.

Ministeriumssprecher Stephan Breiding weist dies zurück. "Wir konnten nicht sämtliche 2000 Sonderpädagogen einladen." Deshalb seien gezielte Einladungen an Lehrer und Schulamtsträger verschickt worden. Auch sei die Präsentation von Inklusions-Projekten abgestimmt worden. "Doch eine Zensur hat es nicht gegeben", sagte Breiding. "Die Diskussionsteilnehmer konnten sich frei äußern." Die JU will ihre Flyer am heutigen Dienstag und am Mittwoch vor den Konferenzen in Cottbus und Neuruppin verteilen.