Fußball

Ex-Minister Speer tritt als Präsident des SV Babelsberg zurück

Brandenburgs Ex-Innenminister Rainer Speer ist am Montagabend als Vorstandsvorsitzender des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg zurückgetreten. Bei einem Treffen des Aufsichtsrats in einer Potsdamer Rechtsanwaltskanzlei habe er dem Gremium mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung seinen Posten zur Verfügung stelle, sagte Speer.

Als Nachfolger wurde sogleich der Babelsberger Kinobetreiber Thomas Bastian vom Aufsichtsrat einstimmig gewählt. Der neue Vereinschef sagte, dass die Insolvenz von Babelsberg 03 jetzt verhindert werden könne. "Die Liquidität des Vereins ist für die Zukunft gesichert."

Mit dem Präsidentenposten beim SV Babelsberg verliert Rainer Speer nach seinem Ministeramt und seinem Landtagsmandat nun auch eine seiner letzten öffentlichen Funktionen. Was ihm dann noch bleibt, ist sein ehrenamtlicher Posten als Präsident des Olympischen Sportclubs Potsdam (OSC).

Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft unterdessen, ob sie wegen der Gewährung von Bürgschaften durch die Stadtwerke-Tochter EWP (Energie und Wasser Potsdam) an den SV Babelsberg Ermittlungen aufnimmt - womöglich wegen Untreue. "Wir werten derzeit die Medienberichte aus", sagte Staatsanwalt Tom Köpping der Berliner Morgenpost. Dem zurückgetretenen Stadtwerke-Chef Peter Paffhausen wird vorgeworfen, an den Stadtverordneten vorbei Ausfallbürgschaften an den klammen Sportverein vergeben zu haben.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) beauftragte am Montag eine Berliner Rechtsanwaltskanzlei mit der vertieften Überprüfung der Stadtwerke Potsdam und der EWP. Es solle nun auch herausgefunden werden, ob sich der ehemalige Geschäftsführer weiterer Kompetenzüberschreitungen schuldig gemacht hat.

Am Mittwoch will Jakobs einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung einbringen, wonach dem von Insolvenz und Zwangsabstieg bedrohten Fußballverein SV Babelsberg 03 bis zu 700 000 Euro zur Verfügung gestellt werden.

Dem Verein fehlen für die Erfüllung der Lizenzvorgaben des Fußballbundes für den Spielbetrieb in der Dritten Bundesliga nach Angaben des Vorstandes 1,5 Millionen Euro.