Bildung

Schulen haben Defizite bei Unterrichtsqualität

Die Brandenburger Schüler werden noch zu wenig individuell gefördert. Auch in der Qualität des Unterrichts gebe es noch Schwächen, sagte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) am Mittwoch in Potsdam.

Die Ministerin präsentierte die Ergebnisse der vor fünf Jahren gestarteten Schulvisitationen. Erstmals wurden die 724 öffentlichen Schulen von Experten begutachtet.

Die Schulen erhielten dabei überwiegend gute Noten. Bei zwölf von 16 Qualitätsmerkmalen seien überwiegend gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt worden, sagte Münch. Die meisten Schulen organisierten ihren Unterricht zweckmäßig und effektiv. In der Regel herrsche ein positives Lern- und Arbeitsklima. Die Mehrheit der Schüler, Eltern und Lehrer sei mit den Schulen zufrieden.

15 Schulen im Land wurden als besonders stark, 19 als besonders schwach eingeschätzt. Die starken Schulen haben bei mehr als der Hälfte der Qualitätsmerkmale den Bestwert erreicht. Die schlechten Schulen bekamen bei der Hälfte der Kriterien nur die schlechtesten Werte.

An einigen Schulen gab es nach der schlechten Bewertung Wechsel in der Leitung, wie der Referatsleiter für Qualitätssicherung im Ministerium, Hans-Jürgen Kuhn, hinzufügte. Einige Schulleiter hätten ihr Amt aufgegeben. Die Qualität der Schulen werde maßgeblich durch die Schulleiter beeinflusst, so Kuhn. Es hänge sehr viel von ihrem Engagement ab. Leider gebe es auch Schulleiter, die nur noch die Zeit bis zum Ruhestand abwarteten.

Regionale Unterschiede haben die Experten nicht ausgemacht. So gibt es sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt gute und schlechte Schulen. Das gleiche gilt laut Kuhn für die verschiedenen Schularten wie Grund- und Oberschulen oder Gymnasien. Auch spiele es nicht unbedingt eine Rolle, wie groß die Klassen sind. Es gebe schlechten Unterricht in Klassen mit nur 15 Schülern genauso wie guten mit 28 Kindern.