Unglück

Tödliche Kollision über dem Flugplatz Saarmund

Für zahlreiche Sportflieger und Flugzeugfans hat ein interessanter Besuchstag am Flugplatz Saarmund (Potsdam-Mittelmark) ein abruptes Ende genommen. Es war am Sonnabend um 15.50 Uhr, als die vielen Besucher ebenso wie die Mitarbeiter des Flugplatzes im Süden von Berlin von einem lauten Knall aufschreckt wurden.

Fassungslos mussten die Menschen mit ansehen, wie unmittelbar danach zwei Maschinen vom Himmel stürzten und auf dem Flugplatzgelände aufprallten. Dass in den Trümmern, die in einem Umkreis von mehreren 100 Metern verstreut wurden, niemand überlebt haben konnte, war jedem der geschockten Augenzeugen sofort bewusst. Kurze Zeit später wurde es Gewissheit: Drei Menschen kamen bei dem Absturz der beiden Maschinen, einem Segelflieger und einem Ultraleichtflugzeug, ums Leben.

Nur wenige Anwesende hatten das Drama von Beginn an mitbekommen. Für die Polizei war es entsprechend schwierig, den genauen Ablauf der Katastrophe zu rekonstruieren. Nach Angaben einiger Augenzeugen war das Segelflugzeug unmittelbar vor der Kollision am Flughafen Saarmund gestartet und befand sich noch im Steigflug, als es in einer geschätzten Flughöhe zwischen 500 und 1000 Metern mit dem Ultraleichtflieger zusammenstieß. Dieser kam ersten Berichten zufolge vom nur etwa 40 Kilometer entfernt gelegenen Flugplatz Schönhagen. Er soll nach Informationen der Berliner Morgenpost einer Berliner Flugschule gehören, die in Schönhagen ausbildet. An Bord des Segelflugzeugs befand sich der Pilot, in dem zweiten Flieger neben dem Piloten noch ein weiterer Insasse. Feuerwehrleute, die mit einem Großaufgebot am Flugplatz anrückten, hatten Mühe, die sterblichen Überreste aus den Trümmern zu bergen. Für die ebenfalls alarmierten Notärzte und Rettungskräfte gab es nichts mehr zu tun.

Ein Sportflieger, der häufig von Saarmund aus startet, sagte am Abend, der noch in der Startphase befindliche Segelflieger habe möglicherweise nicht ausweichen können, weil er noch am Schleppseil hing. Beide Maschinen seien auf Sicht geflogen, das habe aber bei dem am Sonnabend herrschenden Wetter kein Problem sein dürfen.

Die Polizei in Potsdam wollte die Angaben der Zeugen zunächst nicht bestätigen. Die Ermittlungen seien noch in vollem Gang, auch die Identität der Opfer sei noch ungeklärt, hieß es am Abend. Die Beamten vor Ort sperrten den gesamten Flugplatz ab. Die Wracks der beiden Maschinen wurden beschlagnahmt. Ebenfalls am Abend trafen die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen in Braunschweig an der Unglücksstelle ein. Ihre Untersuchungen zu Unfallursache und Hergang könnten Tage dauern, sagte ein Behördensprecher.

Seit 2002 sind bei Abstürzen von Sportmaschinen in Brandenburg sieben Menschen ums Leben gekommen - unter ihnen auch der ehemalige Berliner Senator Klaus Riebschläger, der 2009 bei einem Absturz kurz nach dem Start vom Flugplatz Schönhagen starb.