Sanierung

Uferbahn in Schmöckwitz ist gerettet

Die auch als Uferbahn bekannte Straßenbahn-Linie 68 ist gerettet. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich der Senat und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf eine Finanzierung der dringend notwendigen Sanierung der seit 1912 bestehenden Gleisverbindung verständigt.

Weil ein Teil der knapp acht Kilometer langen Strecke vom S-Bahnhof Grünau nach Schmöckwitz durch Trinkwasserschutzgebiete im Umfeld der Wasserwerke Friedrichshagen und Eichwalde führt, hatten die Behörden zusätzliche Aufwendungen gefordert. So müssen die Gleise teilweise auf Betonuntergrund verlegt werden, damit keine Schadstoffe in den Boden und ins Grundwasser gelangen können.

Auch dadurch stieg der Investitionsbedarf von ursprünglich geplanten fünf Millionen auf 18 Millionen Euro. Der Senat hatte zunächst aber nur neun Millionen Euro aus einbehaltenen S-Bahn-Mitteln für die Arbeiten bereitgestellt. Verkehrsstaatssekretärin Maria Krautzberger teilte nun in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken mit, dass nunmehr sowohl die Grundsanierung der Strecke als auch die zusätzlichen Aufwendungen, die aus den Auflagen des Wasserschutzes resultieren, durch den Senat im Rahmen eines Förderprogramms bereitgestellt werden. "Der Senat sieht keine vernünftige Alternative zum Erhalt der Straßenbahnlinie 68", so Staatssekretärin Krautzberger. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim BVG-Aufsichts-rat. Er berät unter Vorsitz von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) am 14. Juni über das Vorhaben, die Zustimmung gilt aber als sicher. Nach den bisherigen Planungen könnten die Arbeiten 2015 abgeschlossen sein.

Viele Berliner halten die "68" für die schönste Straßenbahn-Linie der Stadt. Die idyllisch gelegene Uferbahn lockt im Sommer viele Fahrgäste an, ist im Jahresdurchschnitt für die BVG aber unrentabel. Jährlich wird sie nach offiziellen Zahlen der Verkehrsbetriebe nur für eine Million Fahrten genutzt. Die Verkehrsbetriebe wollten die Sanierung daher nicht aus eigenen Mitteln finanzieren, sondern zwischen Grünau und Schmöckwitz lieber preiswertere Busse einsetzen. Gegen die drohende Stilllegung hatten sich mehrere Bürgervereine und eine Initiative "Pro Uferbahn" gegründet. Mit Protestaktionen, einer Unterschriftensammlung und einer langen Menschenkette im April hatte sie sich für den Erhalt eingesetzt.