Velothon

Die Stadt im Zeichen des Radsports

12 000 zusätzliche Verkehrsschilder - unter anderem Halteverbote, Umleitungen und Durchfahrtsverbote - werden vor dem Velothon am Sonntag entlang der Radrennstrecke aufgestellt.

Das macht ein Schild pro erwartetem Teilnehmer und beweist: Der organisatorische Aufwand für Europas zweitgrößtes Jedermann-Radrennen ist immens. Nur die Hamburg Cyclassics sind mit 22 000 Teilnehmern noch größer.

Ganz Berlin und Teile Brandenburgs stehen am Sonntag im Zeichen des 4. Skoda Velothon Berlin. Damit verbunden sind Straßensperrungen und Umleitungsstrecken, vor allem in der Innenstadt sowie dem Südwesten der Hauptstadt (siehe Streckenverlauf in der Grafik). Autofahrer werden es schwer haben: "Wir empfehlen, die U- und S-Bahn zu nutzen", so ein Sprecher der Polizei. "Wer dennoch nicht auf sein Auto verzichten kann oder möchte, sollte auf die Stadtautobahn ausweichen." Die Autobahnanschlussstellen A 115 Hüttenweg und A 100 Tempelhofer Damm können für die Dauer der Veranstaltung allerdings nicht genutzt werden, für die Anschlussstelle Spandauer Damm an der A 100 gilt das teilweise auch.

Die Sperrungen beginnen in einzelnen Bereichen bereits am Freitag und dauern bis Montagmorgen. Die Polizei betont, dass Fahrzeuge, die im Halteverbot geparkt sind, kostenpflichtig umgesetzt werden. Jedes Abschleppen kostet den Fahrzeughalter mindestens 125 Euro.

Bereits am Sonnabend gibt es den ganzen Tag über auf der Straße des 17. Juni den Kids Velothon, Nachwuchsrennen und Sprintrennen. Zusätzlich findet ein Messe- und Rahmenprogramm mit Musik und Ausstellern entlang der Strecke im Tiergarten statt. Am Sonntag fällt der erste Startschuss für das große Radrennen um 7.50 Uhr, mit dem Zieleinlauf der Profis am Brandenburger Tor wird gegen 17.30 Uhr gerechnet.

Die beiden Rennen über 60 und 120 Kilometer starten am Pariser Platz/Unter den Linden vor dem Brandenburger Tor. Die 60 Kilometer lange Strecke führt über Potsdamer Platz, Spandauer Damm, Havelchaussee, Zehlendorf, Steglitz, Flughafen Tempelhof, Neukölln sowie das Regierungsviertel auf die Zielgerade auf der Straße des 17. Juni. Die Teilnehmer der 120-Kilometer-Strecke fahren zusätzlich eine Schleife durch das Umland südlich von Berlin. Dabei geht es auch über die autobahnähnliche B 101.

Im Rahmen des Velothons wird es mit dem Prorace Berlin erstmalig seit Jahren wieder ein Straßenrennen von internationalem Rang geben. Knapp 140 Fahrer gehen nach den Amateuren an den Start. "Es wird so gestartet, dass der schnellste Profi nicht den letzten Fahrer vom Jedermann-Rennen einholen kann", sagt Streckenleiter Michael Haas. Der Kurs verläuft nahezu identisch zur 120-Kilometer-Jedermann-Strecke. "Der Höhepunkt ist eine 8,2 Kilometer lange Zielrunde zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz, die die Profis acht Mal absolvieren", erklärt Haas. "Das ist eine tolle Strecke", sagt Radprofi Björn Schröder. "Eine gelungene Mischung aus Stadtkurs mit den Sehenswürdigkeiten und der Fahrt durch Brandenburg." Ebenfalls am Start ist Deutschlands Sprinterkönig und Top-Favorit für das Rennen, André Greipel. "Mit dem Rennen in Berlin geht es auf die Zielgerade der Vorbereitungen für die Tour de France."

Über den Streckenverlauf und die Sperrzeiten kann man sich unter www.skoda-velothon-berlin.de informieren. Zusätzlich haben Polizei und Veranstalter Hotlines eingerichtet - die Nummer der Polizei ist Tel. 4664 98 40 50, am Sonntag geschaltet von 6.30 Uhr bis 17 Uhr, die des Veranstalters Tel. 30 12 88 10.