Gesundheitspolitik

Ministerin setzt im ländlichen Raum auf Telemedizin

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) setzt bei der Sicherung der medizinischen Versorgung in abseits gelegenen Gebieten auch auf die Telemedizin. "Vor allem die hausärztliche Betreuung von Patienten in ländlichen Regionen kann davon profitieren", sagte Tack in Potsdam.

Im Masterplan Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg kümmere sich das Land um die Entwicklung und praxisorientierte Anwendung.

Vor allem auf dem Land, wo der Weg zum Arzt sehr weit sein kann, wird die Telemedizin als ein Baustein in der Betreuung und Versorgung von chronisch Kranken gesehen. Denn bei den Patienten können bestimmte gesundheitliche Risiken rechtzeitig erkannt werden und eine Änderung der Medikamente, ein Arztbesuch oder die Überweisung ins Krankenhaus veranlasst werden.

Erst im Sommer hatte das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus einen Fördermittelbescheid über fast eine Million Euro für das neue Telemedizinische Zentrum erhalten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 1,8 Millionen Euro. "Damit kann die kardiologische Versorgung in der südbrandenburger Region verbessert werden", sagte Tack. Brandenburger Mediziner und Experten der Berliner Charité würden dort zusammenarbeiten.

Hochrisikopatienten - etwa mit chronischer Herzschwäche - sollen dort überwacht werden. Auch Menschen mit starken Rhythmusstörungen oder nach Bypass-Operationen würden erfasst. "24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche sind die Patienten in guten Händen", sagte die Ministerin. 250 Patienten sollten von 2011 an elektronisch betreut werden.

Die Patienten erhalten nach Tacks Angaben ein EKG, ein Blutdruckmessgerät und eine Waage. Die Messwerte werden per Funk an eine Basisstation übertragen, die die Daten sammelt und per Mobilfunk an das Telemedizinische Zentrum übermittelt. Dort stehen Experten bereit, die die Daten auswerten. Per Telefon läuft einmal im Monat ein Patientengespräch. "Der Hausarzt erhält dann alle Daten und ist immer auf dem neuesten Stand", betonte die Ministerin.

In Nordbrandenburg kümmert sich das Fontane-Projekt um Herz-Kreislauf-Patienten. Ausgezeichnet vom Bundesforschungsministerium als Modellprojekt, sollen im strukturschwachen ländlichen Raum Betroffene optimal versorgt werden. "Nach gründlicher Einweisung messen Patienten Puls und Blutdruck selbst", sagte Tack.

Die Daten gehen aus Nordbrandenburg dann direkt zu den Experten an der Charité. Sei einem Herzpatienten beispielsweise unwohl, nehme er sich am Finger Blut ab und gebe die Probe in ein Diagnosegerät - ähnlich der Blutzucker-Bestimmung. "Ein Biomarker zeigt dann, ob ein Herzinfarkt droht", sagte Tack.