Gemeinschaftsprojekt

Braumeister werben gemeinsam für märkische Bierkultur

Sieben Klein- und Gasthausbrauereien aus Brandenburg haben sich zusammengetan, um die märkische Braukunst bekannter zu machen. Als erstes Gemeinschaftsprojekt haben die Kooperationspartner einen 20-seitigen Brauereiführer erarbeitet.

Ziel sei es, zu zeigen, wie vielfältig die Brandenburger Bierkultur sei, sagt Jörg Kirchhoff, Inhaber der Braumanufaktur Forsthaus Templin und Mitinitiator des Projektes. Doch die Brauereien wollen nicht nur für die eigenen Produkte aus überlieferter und moderner Rezeptur werben, sondern auch für die Gastfreundschaft und den Erlebniswert ihrer Heimatregionen. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger sagte bei der Präsentation der Broschüre, die vernetzte "Regionalwerbung mit hohem Genusswert" sei ein cleverer Ansatz. Sie trage dazu bei, dass die märkischen Brauer mit ihren regionalen Biersorten neben den absatzstarken Branchenriesen bestehen können.

Spezialität "Gurkenradler"

Landesweit gibt es 18 private Klein- und Gasthausbrauereien, die ihre Biere unter strenger Einhaltung des Reinheitsgebotes von 1516 in Brandenburg produzieren, ausschenken und direkt vermarkten. Davon wirken derzeit die Braumanufaktur Forsthaus Templin in Potsdam, die Spreewälder Privatbrauerei 1788 in Schlepzig, das Kircher Brauhaus in Drebkau, das Brauhaus Radigk in der Sängerstadt Finsterwalde, das Burgbräuhaus in Bad Belzig, das Bräuhaus "Kneipe pur" in Brandenburg an der Havel und die Gasthausbrauerei Meierei im Potsdamer Neuen Garten im Netzwerk mit. Im Brauereiführer stellen sie ihre Häuser vor und informieren über Besonderheiten - wie den "Gurkenradler", ein Biermischgetränk mit dem Geschmack von Spreewälder Gurken, das die Drebkauer Brauerfamilie Kircher als Weltneuheit kreiert hat. Auch erfährt der Leser, dass zum Burgbräuhaus in einem der ältesten Häuser Belzigs ein Eiscafé gehört, in dem selbst hergestellte Eisspezialitäten angeboten werden. Der interessierte Leser erfährt auch, dass die Strecke zwischen der Braumanufaktur Forsthaus Templin und der Meierei im Neuen Garten per Wassertaxi zurückgelegt werden kann. Es geht in der Broschüre also um ein Gesamtkonzept der Vermarktung für Besucher.

Bei der Vermarktung über den Brauereiführer, der in einer Gesamtauflage von 21 000 Exemplaren erschienen ist, wollen es die Braumeister aber nicht belassen. Geplant sind weitere gemeinsame Aktivitäten, beispielsweise ein gemeinsamer Messeauftritt bei der "Grünen Woche 2012" und auf der Biermeile in Berlin. Die Braumeister gehen davon aus, dass sich in nächster Zeit weitere Branchenkollegen aus anderen Landesteilen dem Netzwerk anschließen.