Haushalt

Vorerst ist für Park Sanssouci kein Eintrittsgeld fällig

Für den historischen und denkmalgeschützten Park von Potsdam-Sanssouci muss vorerst kein Eintrittsgeld gezahlt werden. Die Entscheidung darüber hat das Aufsichtsgremium der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Donnerstag vertagt.

"Wir waren einhellig der Meinung, dass dieses Thema noch weiter debattiert werden muss", sagte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos), zugleich amtierende Vorsitzende des Stiftungsrates. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) zeigte sich nach Angaben seines Sprechers erleichtert, dass der Park, der auf der Unesco-Welterbeliste steht, weiter frei zugänglich bleibt.

Der Vorschlag von Stiftungsdirektor Hartmut Dorgerloh, über Eintrittsgelder Geld in die Kassen zu spülen, um auch in Zukunft Pflege und Erhaltung der historischen Anlagen zu sichern, war auf harsche Kritik gestoßen.

Ab 2013 sollten danach in der Saison von Ostern bis Oktober zwei Euro je Besucher erhoben werden. Oberbürgermeister Jakobs hatte das als "Wegezoll" bezeichnet. "Wir werden uns nicht versperren bei neuen Vorschlägen. Jede kreative Idee ist willkommen, da werden wir uns einbringen", betont er nach der Vertagung der Entscheidung.

Nun soll das Thema nach Angaben von Ministerin Kunst voraussichtlich erst bei der nächsten Sitzung des Gremiums nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September beraten werden. Ein höherer Zuschuss von Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg an der Stiftung sei nicht Gesprächsthema gewesen. Die Zeit solle genutzt werden, verschiedene Vorschläge zu überprüfen. Es gebe Überlegungen, die Nutzer des Parks mehr ins Boot zu holen. In ihrem Hause werde bereits daran gearbeitet.

Stiftungsdirektor Dorgerloh sagte: "Ich bin gespannt." Die Stiftung sei offen für Vorschläge. Es würden allein 31 Gärtnerstellen zusätzlich benötigt, bis 2028 werden es weitere 43 sein. Zur Pflege der insgesamt 750 Hektar Parkfläche, ein großer Teil gehört zum Welterbe, fehlten 4,5 Millionen Euro Personalkosten, die aus dem laufenden Haushalt nicht beglichen werden können. Aus Eintrittsgeldern könnten nach Berechnungen der Stiftung jährlich fünf Millionen Euro erwirtschaftet werden. Der seit 2006 erhobene freiwillige Eintritt erbrachte bislang nur rund 120 000 Euro pro Jahr.