Tödlicher Unfall in Tropical Island

Der kleine Dawid trieb leblos im flachen Wasser der "Südsee"

Das tragische Unglück im Freizeitpark Tropical Islands trübte auch am Mittwoch noch die Stimmung zahlreicher Besucher. Viele zeigten sich erschüttert über den Tod des Jungen. Einige Besucher betonten, sie würden sich in dem Erlebnisbad sehr sicher fühlen. Es seien auch immer genügend Bademeister vor Ort. Umso bedauerlicher sei es, dass niemand das kurze Verschwinden des Dreijährigen bemerkt hat.

Der kleine Dawid hatte am Dienstagabend ausgelassen auf dem Spielplatz "Südsee" gespielt, als er offensichtlich einen unbewachten Moment nutzte, um die nähere Umgebung zu erkunden. Was in den folgenden Minuten mit dem Jungen geschehen ist, weiß bislang niemand. Plötzlich wurde der Junge leblos im Wasserbecken "Südsee" treibend entdeckt. "Das betreffende Becken ist bis zu 1,30 Meter tief, das Kind wurde aber im flachen Wasser an einer Stelle aufgefunden, wo die Tiefe deutlich geringer ist", sagt Polizeisprecher Jens Quitschke. Der Unfallort sei nur etwa 50 Meter von dem Spielplatz entfernt, wo Dawid zuletzt lebend gesehen wurde. Derzeit geht die Polizei von einem Unglück aus. Die Kriminalpolizei des Schutzbereichs Dahme-Spree hatte die gesamte Nacht zum Mittwoch und gestern den Schauplatz des Unglücks untersucht und Zeugen befragt.

Es liegen keine Anzeichen für ein Fremdverschulden vor, teilte die Polizei mit. Es würden derzeit auch keine Ermittlungen gegen den Betreiber der Anlage, ebenso wenig wie gegen die erwachsenen Begleiter des verunglückten Kindes geführt. "Erst wenn alle nötigen Informationen vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft über mögliche Maßnahmen entscheiden", so der Polizeisprecher.

Bereits Anfang März war in der Freizeitanlage ein fünfjähriges Kind verunglückt, der Junge konnte zum Glück von Rettungskräften im letzten Moment wiederbelebt werden. Das Kind schwebte noch mehrere Tage in Lebensgefahr, bevor sich sein Zustand stabilisierte. Der Vorfall ereignete sich an einem Sonnabend, als im Tropical Islands Hochbetrieb herrschte. Der Fünfjährige befand sich in Begleitung zweier erwachsener Angehöriger. Wie Quitschke mitteilte, hielt sich der Junge am frühen Nachmittag allein in einem 1,30 Meter tiefen Becken auf, als er plötzlich unter Wasser geriet und nicht wieder auftauchte. Badegäste bemerkten dies, zogen den bereits leblosen Jungen an Land und begannen sofort mit der Reanimation. Später übernahmen die sofort alarmierten Rettungskräfte die weitere Versorgung, bevor das Kind mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen wurde.

Die Polizei wurde erst später von dem Unglück unterrichtet und prüfte zunächst die Einleitung eines Verfahrens wegen Verletzung der Aufsichtspflicht gegen die Begleiter des Fünfjährigen. Im Zusammenhang mit dem Unfall wurde bekannt, dass die Nichtschwimmerbecken nicht durchgehend von Rettungsschwimmern überwacht werden. Dazu sei man bei einer Wassertiefe von nur 1,30 Meter gesetzlich auch nicht verpflichtet, sagte dazu ein Sprecher der Einrichtung. Dennoch hätten Mitarbeiter immer "ein wachsames Auge" auf das Geschehen in den Becken.

In Tropical Island ist es nach Angaben der Betreiber trotz der bis zu eine Million Besucher im Jahr bislang höchst selten zu Badeunfällen gekommen. Lediglich auf einer Rutschanlage habe es kurz nach der Eröffnung Vorfälle mit leicht verletzten Personen gegeben, die Anlage sei daraufhin entschärft worden, so Jens Quitschke.