Präventionsarbeit

Landesverkehrswacht kritisiert geplante Polizeireform

Die Polizeireform in Brandenburg bereitet der Verkehrswacht Sorgen. "Über die Hälfte der Menschen, die Präventionsarbeit machen, wird weggenommen", sagte der Präsident der Landesverkehrswacht, Jürgen Maresch.

Der Linkspolitiker befürchtet dadurch Schwierigkeiten für die Arbeit des Vereins, der in diesem Jahr seit 20 Jahren besteht. "Die Arbeit lässt sich nicht allein durch Ehrenamtliche leisten."

Viele der Helfer sind Maresch zufolge berufstätig, so dass nicht jederzeit Besuche in Schulen oder Kindergärten möglich seien. Außerdem sei es etwas anderes, wenn ein Polizist in Uniform mit an die Schulen gehe, betonte der Landtagsabgeordnete aus Cottbus. Die bisher sehr erfolgreiche und gute Zusammenarbeit zwischen seinem Verein und der Polizei dürfe nicht unter den Veränderungen leiden, forderte er.

Der Verein setzt sich seit 20 Jahren in Brandenburg für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein. Landesweit gibt es 19 Verkehrswachten mit 678 ehrenamtlichen Mitarbeitern. " Wir sind in allen kreisfreien Städten und in allen Landkreisen vertreten - außer in der Stadt Brandenburg/Havel", so Maresch. Der Verein hofft aber, auch diese Lücke noch schließen zu können. Bei der märkischen Polizei sollen bis zum Jahr 2020 nur noch 7000 Beamte arbeiten- das sind 1900 Stellen weniger als bisher. Der Abschlussbericht der Aufbaustäbe zur Polizeireform sieht gravierende Veränderungen in zahlreichen Bereichen vor. Für die Bürger wird wohl am deutlichsten spürbar sein, dass es landesweit nicht mehr 50 rund um die Uhr geöffnete Wachen geben wird. Stattdessen sind 16 Polizeiinspektionen und 29 "Reviere" geplant. Letztere werden nicht mehr Tag und Nacht Anlaufstelle sein, sondern nur noch stundenweise geöffnet sein. Tages-Reviere würde es zum Beispiel in Belzig, Werder, Beelitz oder Teltow geben.

Vom Land Brandenburg fühlt sich die Organisation gut unterstützt. Allein für die Projektarbeit gebe es in diesem Jahr knapp 164 000 Euro aus der Landeskasse. Neben der Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche wird auch Älteren ein Programm geboten.