Tulpenfest

Ganz aufs Feiern eingestellt

Mit dem 16. Tulpenfest läutet Potsdam offiziell den Frühling ein. Über 150 Handwerker, Musiker und Tänzer aus den Niederlanden werden am heutigen Sonntag im Holländischen Viertel erwartet und sollen den Stadtteil in ein fröhliches Klein-Amsterdam verwandeln.

An zahlreichen Ständen können die Besucher niederländischen Handwerkern über die Schulter sehen, Käse oder Pannekoeken probieren und Musikern lauschen. Und selbstverständlich gibt es jede Menge Tulpen zu sehen. Wer will, kann direkt welche mit nach Hause nehmen, und auch Tulpenzwiebeln werden angeboten.

Das Tulpenfest ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Zugang kostet drei Euro, Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Die 134 roten Holländerhäuser des Holländischen Viertel in der Potsdamer Innenstadt wurden 1732 im Auftrag von Friedrich Wilhelm I. gebaut. Ursprünglich sollten die Häuser an holländische Handwerker vergeben werden, doch die Nachfrage war gering. Zu DDR-Zeiten verfiel das Ensemble zunehmend. Heute ist es vollständig saniert und beherbergt zahlreiche Läden, Galerien und Restaurants. Doch auch sonst hat Potsdam einiges zu feiern. Die Götter-Denkmäler "Feuer" und "Wasser" sind am Sonnabend in den Park am Schloss Sanssouci zurückgekehrt. Damit ist das französische Figurenrondell an der Großen Fontäne nach 13 Jahren rechtzeitig zur Saisoneröffnung der königlich-preußischen Gärten und Schlösser wieder komplett - und ein langjähriges Projekt zur Erneuerung der Anlage aus dem 18. Jahrhundert beendet, das nach Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg rund 2,3 Millionen Euro kostete. 13 Jahre lang wurde an den Nachbildungen der Götter- und Allegoriendarstellungen aus Carrara-Marmor gearbeitet. Die Originale aus dem Jahr 1764 mussten zum Schutz vor der Witterung eingelagert werden, so dass das Rondell in der Vergangenheit immer wieder Lücken aufwies.

Die Figuren rund um die Große Fontäne unterhalb des Schlosses Sanssouci stellen die acht Götter Venus, Merkur, Apollo, Diana, Juno, Jupiter, Mars und Minerva dar. Vier Skulpturengruppen stehen außerdem für die Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft. Als letztes wurden die Werke "Feuer" und "Wasser" fertiggestellt. "Wir wollten jedoch die bedeutende Anlage mit den vier Skulpturengruppen der vier Elemente sowie acht Statuen antiker Götter wieder vollständig zeigen", sagte Kustodin Saskia Hüneke. Darum wurden die Skulpturen aus Carrara-Marmor als detailgetreue Kopien nach den Originalen geschaffen. "Derzeit gibt es keine vergleichbaren Arbeiten in Europa. Das war eine großartige Leistung der Bildhauer", so Hüneke. Nun ist wieder das komplette Werk im Park des Sommerschlosses von Friedrich dem Großen in voller Pracht zu sehen. Zur Feier gab es am gestrigen Sonnabend einen Festakt.

Am heutigen Sonntag wird diese "zweite Vollendung" des Französischen Rondells ab 15 Uhr mit einem künstlerischen Programm gefeiert. Der Verein Höfische Festspiele Potsdam will die Statuen mit Tanz, Musik und Gesang zum Leben erwecken und veranstaltet einen "Danse des Éléments". Das Tanzspiel ist den Angaben zufolge der heute fast vergessenen Kunstform der "Lebenden Bilder" (Tableaux Vivants) nachempfunden. Anhand historischer Texte, barocker Tänze und französischer Barockmusik sollen die Geschichten hinter den marmornen Allegorien und olympischen Gottheiten nacherzählt und erläutert werden.