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Brandenburger FDP übt sich in Aufbruch

Der bisherige Generalsekretär Gregor Beyer ist neuer Vorsitzender der Brandenburger FDP. Der 42-Jährige erhielt 81 Prozent der Stimmen und löst damit Heinz Lanfermann an der Spitze des Landesverbandes ab.

Der 60 Jahre alte Bundestagsabgeordnete war nach acht Jahren im Amt nicht mehr angetreten. Der Wahl Beyers war ein Machtkampf um die Stellvertreter vorangegangen. Beyer drohte in seiner Bewerbungsrede mit sofortigem Rücktritt, sollte sein Wunschteam für den Vorstand nicht gewählt werden.

Für einen Neuanfang schlug Beyer als seine Stellvertreter neben dem bisherigen Parteivize Martin Neumann zwei neue Kandidaten vor: die junge Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg und den Kreischef von Märkisch-Oderland, Heiko Krause. Beide mussten sich gegen andere behaupten. Die erst 29 Jahre alte Landtagsabgeordnete Linda Teuteberg setzte sich deutlich mit 120 Ja-Stimmen gegen den bisherigen Landesvize Klaus Rocher durch, der 63 Stimmen erzielte. Teuteberg wie Krause warben für einen Neuanfang. Dieser sei nötig, wenn die FDP weiter kommen wolle. Krause gewann den Machtkampf gegen den früheren Landtagsfraktionschef Hans-Peter Goetz. Während Krause auf 116 Stimmen, erhielt Goetz 61 Stimmen.

Der Mitte vorigen Jahres als Fraktionschef im Landtag zum Rücktritt gedrängte Goetz hatte zuvor dem Bewerber für den Landesvorsitz Erpressung vorgeworfen. Als die Fraktion in einer schwierigen Phase gewesen sei, habe Beyer ihm einen Tag gegeben, freiwillig zurückzutreten, und andernfalls die Abwahl als Fraktionschef angedroht. "Ich hätte mir einen anderen Umgang gewünscht", sagte Goetz. Beim Parteitag in Eberswalde war es vor einem Jahr hoch hergegangen. Sowohl Parteichef Lanfermann als auch Goetz waren heftig kritisiert worden. Sie wurden dafür verantwortlich gemacht, dass die FDP nach ihrem Einzug in den Landtag 2009 in einem Umfragetief versank. Lanfermann wurde selbstherrlicher Führungsstil vorgeworfen, Goetz peinliche Auftritte und Faulheit angekreidet. Der scheidende Landeschef Lanfermann ging am Sonnabend aber nicht auf die Vorwürfe ein. Er begründete seinen Rückzug von der Parteispitze nur mit der wachsenden Arbeitsbelastung als Bundestagsabgeordneter.

Sein Nachfolger Gregor Beyer kündigte an, dass die FDP im September auf einem Parteitag über ein neues Grundsatzprogramm diskutieren wolle. Die FDP solle 2014 nicht mit "ach und krach" wieder in den Landtag einziehen, sondern sich die Chance auf eine Regierungsbeteiligung erarbeiten. Voraussetzung dafür seien Geschlossenheit und Glaubwürdigkeit.