Eisenhüttenstadt

Rocker sollen Schutzgeld erpresst haben - Festnahmen

Bei einer Geldübergabe in Eisenhüttenstadt sind der Polizei am Dienstag mehrere Mitglieder einer Rockerbande ins Netz gegangen, gegen die seit Langem ermittelt wurde.

Verhaftet wurden dabei drei Tatverdächtige, die Schutzgeld erpresst haben sollen. Wenig später fassten die Beamten, ebenfalls in Eisenhüttenstadt, auch einen als Drahtzieher geltenden 40-Jährigen. Gegen ihn wird in mehreren Fällen wegen des Verdachts auf Erpressung, Menschenraub, Nötigung, Zuhälterei und bandenmäßigem Zigarettenschmuggel ermittelt, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Eberswalde mitteilte. Er habe laut Polizeiinformationen seine Mitgliedschaft im Motorradklub "MC" fortlaufend eingesetzt, um kriminelle Interessen in und um Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) durchzusetzen.

Die Erpressungen hätten sich dabei vorwiegend im Rotlicht- und Türstehermilieu abgespielt. Wie ein LKA-Sprecher sagte, wurde bereits seit September 2009 gegen die Bande ermittelt und ein größerer Schlag vorbereitet. Als der Termin der Geldübergabe bekannt wurde, habe man die Aktion vorgezogen. Bei der Razzia seien 27 Wohnungen und Firmensitze in Ostbrandenburg und Berlin durchsucht und sechs Tatverdächtige festgenommen worden. Insgesamt werde gegen 32 Beschuldigte ermittelt, so das LKA.

Hauptbeschuldigte sind neben dem 40-Jährigen ein weiteres "MC"-Mitglied sowie ein 56-jähriger Rumäne, der als Geldeintreiber aufgetreten sei. Brisant ist, dass außerdem gegen einen 48 Jahre alten Beamten des Katastrophenschutzamtes des Landkreises Oder-Spree wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt wird. Dabei gehe es beispielsweise um die überteuerte Beseitigung von Sandsäcken im Zusammenhang mit dem Oderhochwasser 2010. Die Ermittlungen würden fortgeführt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft, Zollfahndung und LKA.