Messe

Flugschau ILA wird auf den September 2012 verschoben

Der neue Termin für die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) im nächsten Jahr steht fest.

Die Messe soll jetzt vom 11. bis 16. September 2012 an ihrem neuen Standort in Selchow am Hauptstadtflughafen BBI stattfinden. Ursprünglich war die Flugschau vom 19. bis zum 24. Juni geplant. Auf den neuen Termin haben sich, wie die Berliner Morgenpost aus Messekreisen erfuhr, die Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und der Messe Berlin geeinigt. Unter Vorsitz von Airbus-Chef Thomas Enders muss nun noch das BDLI-Präsidium auf seiner nächsten Sitzung am Donnerstag zustimmen.

Airport meldete Bedenken an

Wie bereits berichtet muss die Messe aus verschiedenen Gründen in den Herbst verschoben werden. Ein Grund ist die Nähe des bisherigen Termins im Juni zu der internationalen Luftfahrtmesse im englischen Farnborough vom 9. bis 15. Juli und der Rüstungsmesse Eurosatory vom 11. bis 15. Juni in Paris. Das wären drei Messen der gleichen Branche in fünf Wochen gewesen. BDLI und Messe Berlin als Veranstalter befürchteten daher, dass sich Luft- und Raumfahrtunternehmen, die bislang auf allen Messen ausstellten, sich wegen der Terminenge nur noch für eine Messe und zum Nachteil für Berlin entschieden hätten.

Auch die Flughafengesellschaft meldete Bedenken an. Der Juni-Termin sei ungünstig, weil der neue Hauptstadtflughafen BBI zu diesem Zeitpunkt gerade erst einmal zwei Wochen in Betrieb sei. Der BBI soll am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen. Sollte in den Anfangswochen noch nicht alles rund laufen, wäre eine ILA mit ihren Flugvorführungen ein zusätzlicher Störfaktor, zumal auch noch die Sommerferien am 21. Juni in Berlin und Brandenburg beginnen und mit verstärktem Passagieraufkommen zu rechnen ist. Die Flugsicherung soll auch Bedenken angemeldet haben, wonach sie zwei Wochen nach der BBI-Eröffnung noch nicht so eingespielt sein könnte, um zusätzlich zum normalen Flugverkehr noch das ILA-Flugprogramm problemlos zu koordinieren.

Ausschlaggebend für die Terminverschiebung der ILA soll vor allem die Nähe zu den beiden anderen Luftfahrtmessen und damit die ungünstige Marktlage gewesen sein, heißt es aus dem Umfeld der Messe. Dass auch der Zeitdruck für den Bau des neuen Messegeländes im südwestlich des BBI gelegenen Selchow eine Rolle gespielt habe, wird zurückgewiesen. "Alles ist durchgeplant", heißt es. Vor der Eröffnung des BBI am 3. Juni nächsten Jahres soll das neue Messegelände bezugsfertig sein. Auch Flughafenchef Rainer Schwarz will den notwendigen Rollweg, der als Abstellfläche für die zur ILA ausgestellten Flugzeuge genutzt werden soll, "rechtzeitig zur Verfügung" stellen. Feste Messehallen wird es im ersten ILA-Jahr noch nicht geben. Wie in den Jahren zuvor im Süden von Schönefeld-Alt sind zunächst temporäre Bauten geplant.

Am 10. November des vergangenen Jahres war eigens zur Entwicklung des Geländes eine neue Gesellschaft gegründet worden. Gesellschafter sind die Messe Berlin und die Zukunftsagentur Brandenburg. Die neue Gesellschaft wird 27 Millionen Euro in die Entwicklung des Messestandortes investieren. Geplant sind auf dem neuen Gelände neben der alle zwei Jahre stattfindenden ILA auch andere Messen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt. Nach Angaben von Messechef Raimund Hosch sei man aber dort nicht nur auf das Thema Luftfahrt festgelegt.

Standort bis 2020 festgelegt

Die Entscheidung für den neuen ILA-Standort in Selchow war erst Anfang Juni 2010 vom Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie getroffen worden. Ende November hatten dann Berlin und Brandenburg, die Flughafengesellschaft, die Messe Berlin und letztlich auch der Bundesverband der der Deutschen Luft- und Raumfahrt die Rahmenvereinbarung unterschrieben, wonach die ILA ab 2012 bis 2020 in Selchow stattfinden soll.

Die ILA mit gut 1000 Ausstellern aus der Luft- und Raumfahrtbranche und mehr als 200 000 Besucher aus aller Welt muss an den BBI nach Selchow verlegt werden, weil der bisherige Standort am Flughafen Schönefeld mit dem BBI nicht mehr zur Verfügung steht. Nach Angaben von Messechef Hosch beträgt der Kaufkraftzufluss der ILA für die Region rund 190 Millionen Euro.