Kriminalität

Erstes Geständnis zu ausgehobenem Waffenlager

Zu dem ausgehobenen illegalen Waffenlager in Südbrandenburg liegt der Staatsanwaltschaft Cottbus ein erstes Geständnis vor. Einer der fünf Tatverdächtigen gab inzwischen zu, Waffen von dem Gehöft in Klein Döbbern (Spree-Neiße) nach Cottbus gebracht zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Cottbus am Mittwoch mit.

Der Hauptverdächtige, ein 65-jähriger schwer kranker Mann, sei nicht vernehmungsfähig, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die anderen Verdächtigen seien dagegen inzwischen verhört worden und würden weiter verhört. Auch die Lebensgefährtin des Mannes sei zu dem Lager befragt worden. Nach Hinweisen eines Zeugen hatten Polizeikräfte, wie berichtet, das Lager mit zum Teil noch scharfen Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg ausgehoben. Am Dienstag hatten brandenburgische Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals über den Einsatz berichtet. Den Beschuldigten werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen. Auf dem Gehöft fanden Beamte in Ställen und Nebengelassen Granaten, Geschosse, Gewehre, Pistolen, aber auch Zielfernrohre, Waffenteile und 4500 Schuss Munition. "Das sah nicht gerade nach einem Waffenliebhaber aus", sagte die Behördensprecherin und sprach von einer eher ungeordneten Ansammlung. Ein Teil der Waffen war noch scharf, so die Polizei. Die Sammlung ist der größte Waffen- und Munitionsfund in Südbrandenburg seit dem Jahr 1990.

Der größte Teil davon war im Besitz des 65-jährigen ehemaligen Sportschützen. Waffen und Munition lagerten auch in Wohn- und Kellerräumen zweier Beschuldigter in Cottbus. Noch ist unklar, woher die Waffen stammen und welchem Zweck sie dienten. Sie müssten geprüft und technisch zugeordnet werden, erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Das werde einige Zeit dauern. Wichtig sei aber, die Waffen von dem Gehöft geholt zu haben. "Wir hoffen, alles gefunden zu haben, was dort an gefährlichen Dingen unkontrolliert herumlag." Das sei auch wichtig für das Sicherheitsgefühl im Ort. Zu dem gefundenen menschlichen Schädel wird gesondert ermittelt. Das Verfahren zur Ermittlung des Todes wurde der Behörden-Sprecherin zufolge abgetrennt. Zunächst gelte es, die Identität des Mannes zu klären. Nach bisherigen Erkenntnissen stammt der Schädel von einem etwa 60-jährigen Mann, der vor 1945 - ohne Hinweise auf eine Straftat - offenbar als Kriegsopfer starb.