Jugendgewalt

Staatsanwalt untersucht Angriff auf Luckenwalder Schüler

Nach einer brutalen Attacke auf einen Zwölfjährigen an der Friedrich-Ebert-Grundschule in Luckenwalde (Teltow-Fläming) prüft die Staatsanwaltschaft Potsdam schwere Vorwürfe, wonach die Schule die Aufsichtspflicht verletzt haben soll.

Der Junge war von vier gleichaltrigen Mitschülern krankenhausreif geschlagen worden. Die Mutter fürchtet, ihr Sohn könne das Augenlicht verlieren. Er soll ein Schädel-Hirn-Trauma und Prellungen am ganzen Körper erlitten haben.

Sie wirft der Schule vor, die Lehrer hätten trotz angeblich jahrelangen Mobbings nichts unternommen. Das gelte auch für andere Fälle. "Das Martyrium dauert jetzt drei Jahre. Es gab mehrere schwere Vorfälle und so viele Gespräche und nichts hat sich geändert", sagte die Mutter der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". So hätten drei der vier Schläger im vergangenen Jahr in der Schule ihren Sohn in eine Toilette gesperrt und ihm den Arm zwischen Tür und Wand eingeklemmt. "Zwei haben ihn festgehalten, der Dritte hat die Tür zugeschlagen", berichtet die Frau. Außerhalb der Schule hätten ihn dieselben Jungen vom Fahrrad gestoßen und ihm damit das Becken gebrochen. Inzwischen habe sie erfahren, dass andere Eltern mit ihren Kindern das gleiche an der Schule durchgemacht hätten, gab die Mutter an.

Der Schulleiterin Evelin Bendel sei davon bislang nichts bekannt gewesen. Am Donnerstag, eine Woche nach dem Vorfall, ist der 12-Jährige aus dem Klinikum Frankfurt (O.) entlassen und von Beamten angehört worden. Der Junge wurde zunächst in Luckenwalde und dann in dem auf Augenverletzungen spezialisierten Klinikum Frankfurt (Oder) behandelt. Inzwischen wurden auch mehrere Lehrer vom Schulamt angehört.

Wie Ministeriumssprecher Stephan Breiding sagt, habe die Pausenaufsicht eine Rangelei bemerkt, in ihr jedoch keine Gewalttat erkannt. Es gebe bislang "keinen Hinweis auf einen signifikanten dienstrechtlichen Verstoß". Die Schule sei bislang nicht durch vermehrte Gewalt aufgefallen, so Breiding. Für die nach dem Vorfall suspendierten Sechstklässler werden zurzeit neue Schulen gesucht. Sie sollen getrennt werden und auch kein Mitspracherecht bei der Auswahl ihrer künftigen Schule erhalten.