Hochwasserkonferenz

Land will Deiche an Elbe und Oder sanieren

Das Land Brandenburg will zum Schutz vor Hochwasser zunächst weitere Deiche entlang von Elbe und Oder bauen oder sanieren. "Fakt ist, wir müssen Prioritäten setzen", sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke) im Hinblick auf die knappen Haushaltsmittel. Sie kündigte die Sanierung von 20 Kilometern Deich entlang der beiden Flüsse an.

Anita Tack hatte am Mittwoch Kommunalpolitiker und Gewässer-Experten zu einer Hochwasserkonferenz in Potsdam eingeladen. Im vergangenen Jahr hatten vier Hochwasser Tausende Brandenburger in Atem gehalten. Hinzu kam das Elbe-Hochwasser im Januar und seit August das Binnenhochwasser im Oderbruch. Der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), unterstrich, dass vielerorts im Oderbruch die Menschen in ihrer Existenz bedroht seien - vor allem durch die immer noch extrem hohen Wasserstände.

Dem Land stehen pro Jahr rund 20 Millionen Euro für den Ausbau und Erhalt von Deichen zur Verfügung, sagte Landesumweltamts-Präsident Matthias Freude. Hinzu komme ein Sondertopf mit drei Millionen Euro, aus dem derzeit die Schäden der vergangenen Monate beseitigt werden. Ein Kilometer Deichbau kostet laut Freude 1,0 bis 1,3 Millionen Euro. Deshalb sollten zunächst Dämme an großen Flüssen und in der Nähe von Siedlungen erneuert werden. Erst nach den großen Flüssen seien Investitionen an Schwarzer Elster, Neiße, Havel und Spree an der Reihe, sagten Tack und Freude. Doch schon dieses Jahr werde die Schwarze Elster zum Pilotprojekt ernannt. Auf einer speziellen Konferenz soll es noch in diesem Jahr um die Frage gehen, welche Deiche entlang der Schwarzen Elster zurückgebaut werden können. Tack und Freude betonten, dass Flüsse nicht zusätzlich zwischen Deiche gedrängt werden sollten. Vielmehr sollten Deiche weiter vom Ufer weg verlegt werden, um Überflutungsflächen zu schaffen. Brandenburg plant zudem im Juni eine internationale Hochwasserkonferenz. Teilnehmen sollen Vertreter aus den Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie Polen und Tschechien.